Wasserproben und Flüssigkeiten für Dialysezwecke

Bei der extrakorporalen Dialysebehandlung ist pro Patient eine Wassermenge von ca. 200 - 400 Liter Wasser erforderlich. Mit dem Wasser kommt der Dialysepatient indirekt über sein Blut in Berührung. Demnach sind besonders hohe Anforderungen an die Wasserqualität zu stellen.

Bakteriologische und chemische Untersuchungen


Flüssigkeiten, die für Dialysezwecke verwendet werden, stellen aufgrund ihrer Zusammensetzungen oftmals ein hervorragendes Nährmedium für viele Mikroorganismen dar. Die gesamte Aufbereitung - vom Reinigen des Trinkwassers bis zum Mischen der fertigen Flüssigkeiten für Dialysezwecke, einschließlich der verwendeten Anlagen und Geräte - muss deshalb hygienisch einwandfrei sein.

Untersuchungsumfang und Häufigkeit der erforderlichen hygienisch-mikrobiologischen und chemischen Untersuchungen von Flüssigkeiten für Dialysezwecke richtet sich nach den Empfehlungen des Dialysestandards der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Nierenzentren e.V. sowie der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN) in der Fassung vom 23.03.2016 als auch nach der DIN EN ISO 23500:2015.


Trinkwasser, Rohwasser...


...untersuchen wir nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung.
Die Probenahme erfolgt durch unsere zertifizierten Probenehmer.

Wasser zur Dialysebehandlung - Osmosewasser/Permeat


Das Wasser zur Dialysebehandlung (Wasser zum Verdünnen des Hämodialysekonzentrates)  wird aus Trinkwasser z.B. durch eine Enthärtungsanlage mit anschließender Umkehrosmose hergestellt.
Sie können die Probenahme in eigener Regie durchführen. Hierbei sind die Angaben der Gerätehersteller zu den Dialysegeräten zu beachten. Abnahmepunkte können die Permeatkupplungen der Ringleitungen sein (Kupplungen desinfizieren).
Als Probenahmegefäß sind zwingend sterile Gefäße oder sterile Transferbeutel zu verwenden (ggf. Vorgaben der Gerätehersteller berücksichtigen). Bei Untersuchungen auf Bakterien-Endotoxine müssen diese pyrogenfrei oder zumindest frei von Endotoxinen sein.
Bakteriologische Untersuchungsproben werden bei  2- 8°C transportiert und sollten tagesgleich im Labor abgearbeitet werden. Die Kühlkette ist einzuhalten.

Untersuchungsspektrum

Mikrobiologische Parameter Maximal zulässiger Gehalt
Gesamtkeimzahl 100 KBE/ ml (Typische Eingriffsgrenze: 50 KBE/ ml)
Coliforme Keime 0 KBE/ 100 ml
Pseudomonas aeruginosa 0 KBE/ 100 ml
Bakterien-Endotoxine < 0,25 EU/ ml (Typische Eingriffsgrenze: 0,125 EU/ ml)
   
   
Chemische Parameter Maximale Konzentration [mg/ l]
Schadstoffe mit dokumentierter Toxizität bei Hämodialyse  
Aluminium 0,01
Gesamtchlor 0,1
Kupfer 0,1
Fluorid 0,2
Blei 0,005
Nitrat 2
Sulfat 100
Zink 0,1
Üblicherweise in der Dialysierflüssigkeit vorliegende Elektrolyte  
Calcium 2
Magnesium 4
Kalium 8
Natrium 70