Update Nephrologie: seltene Erkrankungen mit hohem klinischen Risiko

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

22.05.2012 um 20:00 Uhr

Anmeldung

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Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr       Dr. Andreas Lämmel                  
Begrüßung und Einführung

20.20 Uhr       Dr. Andreas Lämmel
Basislabordiagnostik von Nierenfunktionsstörungen

20.40 Uhr       Dr. Ingo Krenz
Hochdruckdiagnostik – Seltenes bleibt selten

21.10 Uhr       PD Dr. Arno Kromminga
LN, RPGN, GPS – seltene autoimmune Nephropathien

21.30 Uhr       Dr. Christian Noah
BKV-Nephropathie – Infektion mit einem opportunistischen Virus

21.50 Uhr
Diskussion

22.30 Uhr
Ende der Veranstaltung

zum Thema:

Am Beispiel seltener renaler, aber auch extrarenaler Ursachen der arteriellen Hypertonie lässt sich demonstrieren, dass ein häufiger Irrtum bei der Initiierung von labordiagnostischen Analysen in der mangelnden Berücksichtigung der Prävalenz der jeweiligen Erkrankung im untersuchten Kollektiv liegt. Die Vernachlässigung der Prävalenz („base-rate neglect“) führt dazu, dass das Vorliegen seltener Erkrankungen systematisch überschätzt wird. Dies wiederum zieht oftmals eine Vielzahl unnötiger diagnostischer Maßnahmen nach sich. Am Beispiel der Hochdruckdiagnostik soll dargestellt werden, welche Basisdiagnostik man als sinnvoll erachten kann und in welchen Situationen die Basisdiagnostik erweitert werden sollte.

Nierenerkrankungen (auto)immunolologischer Ätiologie sind zwar zum Teil Raritäten, erfordern jedoch im Verdachtsfall aufgrund der raschen Progredienz der Erkrankung die unverzügliche Durchführung spezifischer labordiagnostischer Verfahren. Die Differentialdiagnostik kann sich ob der immensen pathophysiologischen Heterogenität als sehr diffizil darstellen. Bei der rapid-progressiven Glomerulonephritis (RPGN) im Sinne eines pulmorenalen Goodpasture-Syndroms (GPS) sind Autoantikörper gegen Bestandteile der glomerulären Basalmembran (GBM) gerichtet. Abzugrenzen davon sind systemische Erkrankungen mit Nierenbeteiligung wie die ANCA-assoziierten Vasculitiden, die Wegenersche Granulomatose (jetzt Granulomatose mit Polyangiitis, GPA) oder die mikroskopische Panarteriitis nodosa. Zudem ist als Beispiel für Immunkomplexerkankungen die Lupusnephritis (LN) zu nennen, die sich immerhin bei 85% der Patienten mit systemischem Lupus erythematodes manifestiert. Auch sind thrombotische Mikroangiopathien als Folge eines Antiphospholipid-Syndroms (APS) erwähnenswert. Hinzuweisen sei zudem auf primär nicht-renale autoimmune Erkrankungen mit renaler Manifestation. So ist die diabetische Nephropathie die häufigste Ursache für eine Nierenersatztherapie in Deutschland. Bei etwa 30% der Typ-I-Diabetiker (und bei etwa 20% der Typ-II-Diabetiker) ist mit einer Nephropathie zu rechnen.

Eine Infektion mit dem BK-Virus ist bei immungesunden Patienten selten von klinischer Relevanz. Zwar ist die Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung mit diesem Polyomavirus infiziert. Weder die Primärinfektion, die meist in der der Kindheit erfolgt, noch Reaktivierungen gehen allerdings in der Regel mit klinischen Symptomen einher. Bei nierentransplantierten Patienten jedoch kann die aktive BKV-Infektion zu einer Nephropathie (BKVN) mit einer Prävalenz von bis zu 10 % führen. Die BKVN ist ohne adäquate Intervention mit einem deutlich erhöhten Risiko eines Transplantat-Verlustes verbunden. Eine weitere klinische Manifestation einer BKV-Infektion ist die hämorrhagische Cystitis nach Stammzell-Transplantation. Das regelmäßige Monitoring der BK-Viruslast ermöglicht eine frühzeitige Diagnose der Virusreplikation und ist die Voraussetzung für das therapeutische Management.

Die den Spezialuntersuchungen vorangehende basale Nierenfunktionsdiagnostik soll kurz dargestellt werden, wobei insbesondere ein Überblick über wichtige labordiagnostische Verfahren zur Ein-schätzung der glomerulären Filtrationsrate gegeben werden soll.