Thrombophilie – Diagnostik und Therapie

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

15.02.2011 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Zur Online-Anmeldung: Thrombophilie – Diagnostik und Therapie

Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr Dr. med. Andreas Lämmel
Begrüßung und Einführung

20.20 Uhr Dr. med. Munif Haddad
Rationelle Thrombophiliediagnostik

20.50 Uhr Prof. Dr. med. Job Harenberg
Orale Antikoagulation 2011 – was erwartet uns?

21.25 Uhr PD Dr. med. Georg-Friedrich von Tempelhoff
Thrombophilie und Schwangerschaftskomplikationen

22.00 Uhr Diskussion

22.30 Uhr Ende

zum Thema:

Thromboembolische Ereignisse stellen mit einer Inzidenz von 0,01% eine Volkskrankheit dar und sind mit einer hohen Morbidität und Mortalität vergesellschaftet. Die Spätfolgen, wie das postthrombotische Syndrom und Invalidität, beeinflussen die Lebensqualität des einzelnen Patienten und stellen außerdem eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem dar.
Thromboembolie ist ein multifaktorielles Ereignis, das durch das situative Zusammentreffen von dispositionellen und expositionellen Faktoren entsteht.
Diagnostik und Therapie einer akuten Thrombose sind weitgehend standardisiert. Dagegen ist die Erkennung von Personen mit erhöhtem Thromboserisiko schwierig.
Eine rationelle Thrombophiliediagnostik sollte einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Patienten mit erhöhtem Risiko für Thrombose bzw. Thromboserezidiv zu identifizieren und dementsprechend ein möglichst individualisiertes Therapiemanagement thromboembolischer Komplikationen zu entwickeln.

Über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland werden antikoagulatorisch behandelt. Aufgrund von Blutungskomplikationen, die mit einer Häufigkeit von 2,5% angegeben werden, ist die Antikoagulation oft mit einem hohen medizinischen und labordiagnostischen Arbeitsaufwand verbunden. Neben den etablierten Antikoagulantien wie Vitamin K-Antagonisten und Heparinen ist in den letzten Jahren eine Fülle neuer Präparate entwickelt und zum Teil für bestimmte Indikationen zugelassen worden. Diese Neuentwicklungen erwecken die Hoffnung auf eine einfachere, besser steuerbare und vor allem komplikationsärmere Antikoagulation.
Es wird eine praxisbezogene Zusammenfassung zu den Indikationen, Zielbereichen und Behandlungsmodalitäten der traditionellen Antikoagulantien sowie eine Übersicht zu den Ergebnissen klinischer Studien mit neuen oral applizierbaren, direkten Faktor-Xa- und Thrombin-Inhibitoren dargestellt.

Die Ergebnisse zahlreicher, zumeist retrospektiver Studien der vergangenen 15 Jahre weisen auf einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung schwerwiegender Schwangerschaftskomplikationen (SSK) und genetisch determinierten und erworbenen Thrombophilien hin. Die auf niedrigem Evidenzniveau basierenden aktuellen Empfehlungen internationaler Expertengruppen (American College of Chest Physicians, Pregnancy and Thrombosis Working Group, Royal College of Obstetricians and Gynaecologists) zur Indikation einer Thrombophilieabklärung und Antikoagulantien-Gabe bei Schwangeren mit SSK - außerhalb thrombotischer Ereignisse - sind uneinheitlich, da für eine abschließende Beurteilung prospektive Studien mit ausreichender statistischer Aussagekraft unter Einbeziehung homogener Patientengruppen und Anwendung multivariater Analysemodelle einschließlich standardisierter Komplikations-Terminologien fehlen. Obgleich ein gesichertes Interaktionsmodell für den Pathomechanismus einer Thrombophilie und Ausbildung einer SSK gegenwärtig nicht verfügbar ist, stellen 75 % aller befragten Pränatalabteilungen in England bei Frauen mit Spät- oder wiederholten Aborten sowie Abruptio placentae die Indikation zu einer Thrombophilieabklärung und machen den Einsatz einer Antikoagulantien-Gabe zur Prävention einer SSK in der Folgeschwangerschaft davon abhängig.
Unter Berücksichtigung aktueller prospektiver Untersuchungen werden die Studienlage zur Thrombophilie bei SSK und die Antikoagulantien-Gabe zur Prävention einer SSK kritisch beurteilt sowie Empfehlungen zum praktischen Vorgehen gegeben.

Dateien zum Download:

Rationelle Thrombophiliediagnsotik