Symposium "Update Drogenanalytik in der Suchttherapie" auf den Suchttherapietagen Hamburg 2014

Vortragsveranstaltung

Ort

Universität Hamburg
- Campus -
Von-Melle-Park 8

Anfahrt: Siehe Homepage der Suchttherapietage:
www.suchttherapietage.de/index.php/organisation/tagungsort/

Veranstalter:
Labor Lademannbogen

Datum

11.06.2014 um 13:30 Uhr

Anmeldung

Zur Online-Anmeldung: Symposium "Update Drogenanalytik in der Suchttherapie" auf den Suchttherapietagen Hamburg 2014

Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Bewertung der Fortbildungsveranstaltung wird bei der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg beantragt.

zum Thema:

In den letzten Jahren hat sich der Suchtstoff-Konsum bzw. -Missbrauch drastisch gewandelt. Neue Substanzen haben die Erkennung eines Drogenkonsums bzw. die Beikonsumüberwachung zunehmend erschwert. Auf der anderen Seite wurden neue analytische Möglichkeiten wie das Multi-Target-Screening z.B. zur Unterstützung der Buprenorphin-Therapie und generell zum Nachweis von Drogen etabliert. Zudem wurden Methoden zur besseren Proben-Identitätskontrolle für Urin und anderen Körperflüssigkeiten entwickelt. In diesem Symposium sollen insbesondere folgende Aspekte dargestellt werden:

Wie kann das Labor dem geänderten Suchtstoff-Konsum gerecht werden?

Klassische Drogen bzw. Missbrauchssubstanzen, die bisher routinemäßig im Drogenscreening untersucht wurden, haben an Bedeutung verloren. Auf der anderen Seite hat sich die Anzahl der relevanten Substanzen vergrößert und der Konsum von sogenannten “Legal Highs“ etabliert. Legal Highs (bzw. Research Chemicals) sind Drogen, die z.B. im Internet oder in Head Shops als Kräutermischung (“Spice“ u.a.: synthetische Cannabinoide), Lufterfrischer, Reiniger, Badesalz oder Legal Ecstasy gehandelt werden. Ein Grund für den Wandel ist, dass der Konsum der neuen Substanzen bislang nur selten nachgewiesen wurde, denn kein Test auf "klassische" Drogen kann die neuen Substanzen nachweisen. Neben diesen neuen Substanzen wurden auch bestimmte “ältere“ Substanzen “wiederentdeckt“, die bisher selten untersucht wurden. Hierzu zählen insbesondere Opioide (synthetische Opiate), Benzodiazepinanaloga (Z-Drugs) und andere Medikamente wie z.B. Pregabalin.

Im Symposium wird dargestellt, mit welchen Mitteln der Drogenanalytik dieser neuen Herausforderung in der Suchttherapie begegnen werden kann.

Neues zur Therapieüberwachung bei Buprenorphin:

Buprenorphin ist ein wichtiges Substitutionstherapeutikum mit zunehmender Verwendung. Zur Therapiekontrolle ist Urin zu untersuchen, denn nur aus Urin-Messwerten können Aussagen zur korrekten bzw. ggf. nicht korrekten Einnahme angeleitet werden.

Voraussetzung ist jedoch eine ausgefeilte Drogenanalytik, die im Rahmen des Symposiums vorgestellt wird.

Sicherstellung der Probenidentität:

Das Standard-Material für Drogenanalysen ist Urin, denn Urin ist einfach zu gewinnen und die meisten Drogen sind in Urin länger nachweisbar als in Blut. Aber: Urin ist leicht manipulierbar. Bisher war die prinzipiell wirkungsvollste Methode zur Verhinderung von Manipulationen die direkte Sichtkontrolle. Aber das “mal eben Zuschau­en” ist in der Praxis aus verschiedenen Grün­den ein großes Problem und wird oft nicht durchgeführt.

Eine Alternative zur Proben-Identitätskontrolle ist der Ruma-Marker, eine andere Alternative bzw. Ergänzung ist die Untersuchung von Speichel. Der Ruma-Marker ist ein System zur Sicherstellung der Proben­identität mit oralen Markierungssubs­tanzen. Die Probengewinnung bei Speichel wird per se unter direkter Sicht durchgeführt, wobei sich der Patient nicht entblößen muss und so die unangenehmen Probleme wie bei Urinkontrollen unter Sicht entfallen.

Im Symposium werden die Vor- und Nachteile der neuen Methoden zur Proben-Identitätskontrolle vorgestellt und ein Ausblick zum Drogennachweis in Speichel gegeben.