Somatische Belastungsstörung und Borreliose

Vortragsveranstaltung

Ort

Schön Klinik Bad Bramstedt
Birkenweg 10
24576 Bad Bramstedt

Datum

01.06.2016 um 16:00 Uhr

Anmeldung

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Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Bewertung der Fortbildungsveranstaltung mit 3 Punkten ist bei der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein beantragt. Die Einladung ist unabhängig davon, ob Sie aktuell Einsender des Labor Lademannbogen sind.

Programm

15:30 Uhr      Einlass / Imbiss


16:00 Uhr     Begrüßung und Einführung
                      Dr. Michael Armbrust


16:15 Uhr     Somatische Belastungsstörung und Borreliose
                      Dr. Gernot Langs


17:00 Uhr     Borreliose - eine diagnostische Herausforderung
                      Dr. Gerrit Mohrmann


17:45 Uhr     Diskussion


18:15 Uhr      Ende der Veranstaltung

zum Thema:

Aus vielen Untersuchungen ist bekannt, dass der subjektive Leidensdruck bei einer körperlichen Erkrankung nicht mit den objektiven Befunden korreliert. Ein gültiges psychologisches Erklärungsmodell für Wahrnehmung und Interpretation von Körperbeschwerden findet sich in der Theorie der „somatosensorischen Amplifikation“: Diesem Modell trägt auch die neue Nomenklatur im DSM-5 Rechnung, indem nun nicht mehr von „Somatoformen Störungen“ (zu denen auch die Hypochondrie gezählt wird) sondern von der „Somatischen Belastungsstörung“ gesprochen wird.

Bei Patienten mit wechselnden Körperbeschwerden, wie sie z.B. im Rahmen der Borreliose vorkommen können – aber auch bei Patienten, die durch Laborbefunde verunsichert sind - erleichtert dies die Psychotherapie, da die Auseinandersetzung über „ausreichend erklärbar vs. nicht ausreichend erklärbar durch das organische Korrelat“ dadurch weitgehend vermieden werden kann und die Akzeptanz der und der Umgang mit Körperbeschwerden im Vordergrund stehen.

Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa. Der natürliche Verlauf der unbehandelten Borrelien-Infektion ist sehr variabel. Die verschiedenen Manifestationen der Erkrankung können entsprechend unterschiedlicher Latenzzeiten in Früh- und Spätmanifestationen eingeteilt werden. Diese beinhalten in der Frühphase der Erkrankung neben dem Erythema migrans eine Vielzahl unspezifischer Symptome wie Fieber, grippeartige Symptome, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Arthralgien und Myalgien. In der Spätphase der Erkrankung können weitere Organmanifestationen wie Neuroborreliose oder die Lyme-Arthritis auftreten. Jede dieser Manifestationen kann isoliert, aber auch in unterschiedlichen Kombinationen vorkommen. So ist es möglich, dass eine Borrelien-Infektion aufgrund fehlender klinischer Symptome in der Frühphase nicht bemerkt wird und erst im Spätstadium Symptome auftreten. Infolge der Vielseitigkeit der klinischen Symptomatik wird die Borreliose in der differentialdiagnostischen Abklärung zahlreicher Erkrankungen berücksichtigt.

Die Labordiagnostik der Borreliose erfolgt in erster Linie serologisch durch die Bestimmung von IgM- und IgG-Antikörpern. Allerdings erfolgt die AK-Produktion nach Infektion meist verzögert, so dass in der Frühphase der Infektion häufig noch keine Antikörper nachweisbar sind. Ein negativer serologischer Befund schließt somit eine frische Borrelien-Infektion nicht aus und erfordert ggf. eine Kontrolluntersuchung im Abstand von einigen Wochen. Persistierende Borrelien-Infektionen sind durch eine deutliche IgG-AK-Reaktion gekennzeichnet. Allerdings können die Antikörper auch aus einer zurückliegenden Infektion resultieren. Die Differenzierung einer persistierenden von einer abgelaufenen Infektion ist in solchen Fällen langfristig über den IgG-Titerverlauf möglich. Bei Patienten mit neurologischen oder arthritischen Beschwerden kommt darüberhinaus der Direktnachweis der Erreger-DNA in Liquor oder Synovialflüssigkeitin Betracht.

Dateien zum Download:

Einladung