Lipide, Gene, Herzinfarkt

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

11.01.2011 um 20:00 Uhr

Anmeldung

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Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr Dr. Andreas Lämmel
Begrüßung und Einführung

20.20 Uhr Dipl. Biol. Winfried Schmidt
Primäre Fettstoffwechselstörungen

20.40 Uhr PD Dr. med. Patrick Linsel-Nitschke
Genetische Risikofaktoren für Fettstoffwechselstörungen und Herzinfarkt – neue Erkenntnisse durch genomweite Assoziationsstudien

21.25 Uhr Prof. Dr. Frank-Ulrich Beil
Aktuelle Therapie der Lipidstoffwechselstörungen – klinische Endpunktstudien und plausible Überlegungen

22.10 Uhr Diskussion

22.30 Uhr Ende der Veranstaltung

zum Thema:

Lipidstoffwechselstörungen stellen wesentliche Risikofaktoren in der Atherogenese dar und sind mitverantwortlich für einen großen Teil der Morbidität und Mortalität in unserer Gesellschaft.Die Bedeutung der erhöhten Blutfettspiegel bei der Entstehung der Atherosklerose, insbesondere bei der Entstehung des Herzinfarktes, ist heute allgemein akzeptiert. Prinzipiell unterscheidet man primäre und sekundäre Fettstoffwechselstörungen.

Von primären Fettstoffwechselstörungen können nicht nur Erwachsene, sondern auch schon Kinder betroffen sein.Die Übergänge zwischen erblich bedingter und erworbener Form sind fließend, denn die genetische Veranlagung kommt bei einem großen Teil der Patienten erst durch eine unausgewogene Ernährung und/oder mangelnde Bewegung zum Tragen. Einige Hyperlipoproteinämien, die mit einer Erhöhung des LDL-Cholesterinspiegels einhergehen, weisen eine beschleunigte Entwicklung arteriosklerotischer Gefäßerkrankungen auf. Diese Patienten sind hochgradig herzinfarktgefährdet. Auch eine starke Erniedrigung des HDL-Cholesterins fördert die Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen. Gezielte Untersuchungen, basierend auf spezifischen molekulargenetischen Analysen bei bekannter Hyperlipidämie, haben zu einer optimierten Diagnostik und zu einer verbesserten Prognose der familiären Hypercholesterinämien, Hypoalphalipoproteinämien und Hypertriglyzeridämien geführt.

Eine positive Familienanamnese bezüglich eines Myokardinfarktes zählt zu den stärksten kardiovaskulären Risikofaktoren. Die europäischen Leitlinien nehmen dies schon heute zum Anlass, eine intensivierte Primärprävention bei Geschwistern oder Nachkommen von Herzinfarktpatienten zu empfehlen. Die der Erblichkeit des Herzinfarktes zugrunde liegenden Gene waren bisher weitgehend unbekannt. Die Entwicklung von neuen molekulargenetischen Methoden in Form von genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) hat zu der Entdeckung zahlreicher genetischer Varianten geführt, die mit einem Herzinfarktrisiko assoziiert sind. Die Ergebnisse dieser Studien werden dazu beitragen, die Prädiktion des Herzinfarktrisikos durch molekulargenetische Methoden weiter zu verbessern. Ferner ermöglichen sie neue Ansätze in der Erforschung der Pathophysiologie des Herzinfarktes.

Die Empfehlungen zur Therapie der Fettstoffwechselstörungen sind in Leitlinien verschiedenster Fachgesellschaften zusammengefasst. Die Leitlinien orientieren sich an klinischen Endpunktstudien oder auch Surrogatparametern (angiographische und sonographische Befunde). Die praktische Umsetzung der Lipidtherapie wird aber auch durch ökonomische Zwänge, „Ernährungsfrust“ und Verträglichkeit der Medikamente geprägt.

Der aktuelle Stand hinsichtlich der unterschiedlichen Ansätze bei Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen wird vorgestellt.

Dateien zum Download:

Primäre Fettstoffwechselstörungen