Infektion und Arthritis

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

21.06.2011 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Zur Online-Anmeldung: Infektion und Arthritis

Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr       Dr. Andreas Lämmel
Begrüßung und Einführung

20.25 Uhr       Dr. Gerrit Mohrmann
Borrelien und Arthritis

21.00 Uhr       Prof. Dr. Susanne Modrow
Parvovirus B19-Infektion als Auslöser von Arthritis

21.30 Uhr       Prof. Dr. Jürgen Wollenhaupt
Chlamydien-Arthritis

22.00 Uhr       Diskussion

22.30 Uhr       Ende der Veranstaltung

zum Thema:

Die Lyme-Borreliose ist eine komplexe Systemerkrankung, welche durch Schildzecken übertragen wird. Auslöser der Erkrankung ist das zu den Spirochaeten zählende Bakterium Borrelia burgdorferi, welches in verschiedene Genospezies eingeteilt wird. Als gesichert humanpathogen gelten die in Nordeuropa vorkommenden Borrelia-Genospezies B. garinii, B. afzelii, B. burgdorferi und B. spielmanii. Die Lyme-Borreliose kann aufgrund unterschiedlicher Latenzzeiten der Infektion in Früh- und Spätstadien eingeteilt werden, wobei allerdings erhebliche Überschneidungen zwischen den verschiedenen Stadien möglich sind. Wenige Monate bis Jahre nach einem Zeckenstich kann sich als Spätmanifestation der Lyme-Borreliose eine Gelenkentzündung ausbilden, die als Lyme-Arthritis bezeichnet wird. Genetische Prädispositionen scheinen ein wichtiger Faktor bei der Entstehung der Lyme-Arthritis zu sein. Charakteristisch ist dabei eine rezidivierende Monarthritis oder asymmetrische Oligoarthritis, hauptsächlich der großen Gelenke im Bereich der unteren Extremitäten. Im Verlauf ist eine Progression in eine chronisch-persistierende Arthritis möglich, bei der persistierende Gelenkbeschwerden auftreten können. In der Folge kann es zu einer durch die Infektion getriggerten autoimmunen Gelenkentzündung kommen, welche auf eine antibiotische Therapie nicht anspricht und als therapieresistente Lyme-Arthritis bezeichnet wird.

Parvovirus B19-(B19V)-Infektionen verursachen die Ringelröteln (Erythema infectiosum), ein mit Anämie einhergehendes Exanthem. Bei Kindern verläuft die Infektion oftmals problemlos. Allerdings sind Parvovirus B19-Infektionen gelegentlich auch mit schweren Erkrankungen wie Polyarthritiden, Hepatitiden, Meningitiden, Encephalitiden und Myokarditiden assoziiert. B19V hat ein erhebliches Potential, sowohl bei Kindern wie auch bei Erwachsenen im Anschluss an die akute Infektion chronisch-entzündliche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises auszulösen. In den betroffenen Patienten findet man trotz des Vorliegens virusspezifischer Antikörper und zellulärer Immunreaktionen eine oft über längere Zeiträume andauernde Produktion von Virusproteinen und –partikeln; der Grund für die Unfähigkeit der Patienten zur Kontrolle der Virusinfektion ist ungeklärt. Die chronisch-entzündliche Symptomatik der B19V-assoziierten Autoimmunerkrankungen erstreckt sich nicht nur auf die Gelenke, sondern auch auf das Gefäßsystem. Auch können persistierende B19V-Infektionen autoimmunologisch bedingte Anämien, Thrombo- und Neutropenien verursachen oder triggern.

Die durch Chlamydien ausgelöste Arthritis gehört zu der Gruppe der reaktiven Arthritiden. Das Immunsystem wird durch eine Infektion mit Chlamydien zu einer gegen den Erreger gerichteten Immunantwort stimuliert, die dem Ziel einer schnellen Elimination der Krankheitserreger dient. In einigen Situationen können sich die Erreger jedoch diesem ersten Immunangriff entziehen und durch eine persistierende Infektion zu fehlerhaften Immunreaktionen führen. Die Persistenz von Chlamydien oder Chlamydien-Antigenen im Gelenk ist für die Auslösung und Aufrechterhaltung der Entzündungsreaktion von entscheidender Bedeutung. Die Dauer der Chlamydien-induzierten Gelenkentzündung ist sehr variabel und kann von wenigen Tagen bis zu mehreren Jahren im Fall von chronischen Verläufen anhalten. Zwischen einer urogenitalen oder respiratorischen Chlamydien-Primärinfektion und einer reaktiven Chlamydien-Arthritis können Wochen bis Monate vergehen, so dass der Zusammenhang zwischen der Chlamydien-Infektion und einer nachfolgenden reaktiven Arthritis nicht immer offensichtlich ist.

Dateien zum Download:

Borrelien und Arthritis