HPV

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

12.02.2013 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Zur Online-Anmeldung: HPV

Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Bewertung der Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten ist bei der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg beantragt.

Programm

20.15 Uhr       Dr. Andreas Lämmel
Begrüßung und Einführung

20.25 Uhr       PD Dr. Andreas M. Kaufman
HPV - Epidemiologie und Prävention

21.00 Uhr       Dr. Gerrit Mohrmann
HPV-Diagnostik

21.30 Uhr       Dr. Christina Kühler-Obbarius
Klinisches Management der HPV-Infektion

22.10 Uhr      
Diskussion

22.30 Uhr      
Ende der Veranstaltung

zum Thema:

Humane Papillomviren (HPV) sind ubiquitär verbreitete Erreger. Jeder Mensch wird vermutlich im Laufe seines Lebens Infektionen durchmachen. Die Erkenntnis, dass diese Viren Karzinome hervorrufen, kann als Meilenstein der Medizin betrachtet werden. Zwar ist die Entstehung einer HPV-assoziierten Malignität im Einzelfall eine „seltene Komplikation einer häufigen Infektion“, durch die hohe und endemische Prävalenz der Infektion ist aber potentiell jeder gefährdet. Dies unterstreichen für Deutschland neue und repräsentative HPV-Prävalenzuntersuchungen des Robert-Koch-Instituts und der Klinik für Gynäkologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin. In den letzten 40 Jahren ist es gelungen, die Inzidenz von Gebärmutterhalskrebs deutlich zu senken. Dies ist der relativ einfachen zytologischen Methode des PAP-Tests zu verdanken. Dieses Screeningprogramm kann als das erfolgreichste Krebspräventionsprogramm betrachtet werden. Dennoch zeichnen sich verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten durch moderne Methoden des HPV-Screenings ab, die bestehende Schwächen ausgleichen können. Die vielleicht wichtigste Neuerung ist die Entwicklung und Einführung der prophylaktischen Impfstoffe gegen HPV. Diese haben sich als hoch immunogen, vollständig sicher und unerwartet effektiv herausgestellt. Neue Daten belegen diese Einschätzung und führten bereits zur Indikationserweiterung und Ausweitung der Impfzielgruppen. Bei einer konsequenten Durchimpfung können signifikante Reduktionen der Krankheitslast und eine hohe Kosteneffizienz erreicht werden. Dazu müssen in Deutschland dringend Fehlinformationen korrigiert und eine Motivation zur HPV-Impfung geschaffen werden. 

Eine persistierende Infektion mit HPV ist nach aktuellem Wissensstand eine obligate Voraussetzung für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Es sind bisher mehr als 150 HPV-Typen bekannt, von denen jedoch nur 14 hinsichtlich ihrer Assoziation mit der Entstehung von Krebsvorstufen und Karzinomen als HPV-Hochrisikotypen eingestuft werden. Neuere Untersuchungen zeigen, dass nicht alle Hochrisiko-HPV-Genotypen die gleiche klinische Relevanz haben. So sind insbesondere die HPV-Genotypen 16 und 18 mit einem Großteil der Fälle von Gebärmutterhalskrebs oder dessen Vorstufen assoziiert. Bei Patientinnen mit einem auffälligen zytologischen Befund stellt der Nachweis von HPV-DNA aus Abstrich- oder Biopsiematerial eine wichtige Ergänzung in der Einschätzung des individuellen Erkrankungsrisikos dar. Darüber hinaus wird auch die Nutzung von HPV-DNA-Tests in der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen im Sinne eines Primärscreenings intensiv diskutiert. So weisen verschiedene aktuelle Studien darauf hin, dass die Untersuchung auf HPV-DNA mit gesondertem Nachweis von HPV 16 und HPV 18 eine höhere Sensitivität und Spezifität aufweist als die alleinige Durchführung von zytologischen Untersuchungen. Neben dem in der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) aufgeführten digene Hybrid Capture 2-Test steht seit kurzer Zeit ein weiteres HPV-DNA-Testverfahren (Cobas 4800 HPV-Test) zur Verfügung, welches in der bisher weltweit größten HPV-Zulassungsstudie (Athena) klinisch validiert worden ist.

Da sich der Gebärmutterhalskrebs über einen längeren Zeitraum ohne ersichtliche Symptome entwickeln kann, stellt die regelmäßige Krebsvorsorge- und Früherkennungsuntersuchung eine wichtige Maßnahme zur Verhinderung dieser Erkrankung dar. Wenn die Früherkennungs-untersuchung unklare oder auffällige Ergebnisse ergibt, kann eine weitere diagnostische Abklärung mittels Kolposkopie und ggf. Entnahme von Biopsiematerial notwendig sein, um Krebsvorstufen und bestehende Krebserkrankungen zu erkennen und zu therapieren.