HIV-Update 2011

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

29.03.2011 um 20:00 Uhr

Anmeldung

Zur Online-Anmeldung: HIV-Update 2011

Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr     Dr. Andreas Lämmel
Begrüßung und Einführung

20.25 Uhr     Dr. Christian Noah
HIV-Test – wann ist eine HIV-Infektion ausgeschlossen?

20.55 Uhr     Dr. Dirk Berzow
Wie infektiös ist ein HIV-Patient?

21.25 Uhr     Prof. Dr. Hans-Jürgen Stellbrink
Was kann die HIV-Therapie 2011 leisten?

21.55 Uhr     Diskussion

22.30 Uhr     Ende der Veranstaltung

zum Thema:

In Deutschland wird derzeit von 70.000 HIV-Infektionen ausgegangen, wobei nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts jede vierte Infektion bisher nicht diagnostiziert ist. Gemessen am Zeitpunkt eines optimalen Therapiebeginns (CDC-Erkrankungsstadium A, CD4-Zellen >350/µl) werden 30 – 50 % der Infektionen zu spät erkannt. Eine rechtzeitige Diagnose ist jedoch die Voraussetzung dafür, dass ein Patient von den Fortschritten der antiretroviralen Therapie profitieren und eine weitere Transmission verhindert werden kann. Der kombinierte HIV-Test zum Nachweis von Antikörpern und p24-Antigen stellt den Goldstandard hinsichtlich der Labordiagnose der HIV-Infektion dar. Neben diesem sogenannten Combo-Test oder Test der 4. Generation stehen auch Schnelltests sowie die HIV-PCR zur Verfügung.  Im Rahmen der Veranstaltung wird der sinnvolle Einsatz der Testsysteme unter besonderer Berücksichtigung des diagnostischen Fensters und der Sicherheit eines negativen Ergebnisses im Hinblick auf den Ausschluss einer HIV-Infektion diskutiert.

Über 90 % der 3000 Neuinfektionen in Deutschland im Jahr 2010 wurden sexuell übertragen. Andere Übertragungsrisiken wie intravenöser Drogenkonsum, Mutter-Kind-Transmission, berufliche Exposition und Bluttransfusionen spielen eine untergeordnete Rolle. HIV-infizierte Patienten unter optimaler antiretroviraler Therapie gelten entsprechend einer Einschätzung der Eidgenössischen Kommission für Aids-Fragen (EKAF) der Schweiz unter bestimmten Umständen als sexuell nicht infektiös. Dieses sog. „EKAF-Statement“ hat international zu einer kontroversen Debatte bezüglich der Bewertung der Infektiosität von HIV-Patienten geführt. Die Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) teilt in einer Stellungnahme zwar die Einschätzung, dass das Übertragungsrisiko unter erfolgreicher Therapie generell sehr gering sei. Da die Bedingungen für dieses geringe Übertragungsrisiko (hohe Therapieadhärenz, Fehlen anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen) allerdings schwer einschätzbar sind, bleibe das Risiko für den Einzelfall relevant. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Datenlage zur Frage der Infektiosität von HIV-Patienten mit und ohne Therapie im beruflichen sowie im privaten Umfeld.

Die Erfolge der antiretroviralen Therapie sind unbestritten. Mehr als 20 HIV-Medikamente stehen mittlerweile zur Verfügung und tragen unter der Voraussetzung einer rechtzeitigen Diagnose der Infektion zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und einer nahezu normalisierten Lebenserwartung bei. Vor einer Verharmlosung der Infektion muss jedoch gewarnt werden: Eine Eradikation ist trotz aller Anstrengungen nicht in Sicht. Der Therapieerfolg ist darüber hinaus abhängig von der lebenslangen gewissenhaften Einnahme von Medikamenten. Langzeitnebenwirkungen als Folge der antiretroviralen Therapie sind nicht auszuschließen. Ferner ist eine HIV-Infektion mit einer anhaltenden Immunaktivierung und chronischen Entzündungsreaktion verbunden, deren Bedeutung im Rahmen des Auftretens beispielsweise kardiovaskulärer Erkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen sowie hinsichtlich eines frühzeitigen Alterns nicht abschließend geklärt ist.