Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus – neue leitlinienorientierte Ansätze

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

17.09.2013 um 20:00 Uhr

Anmeldung

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Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Bewertung der Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten ist bei der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg beantragt.

Programm

20.15 Uhr    Dr. Andreas Lämmel
Begrüßung und Einführung

20.20 Uhr     Dipl. Biol. Winfried Schmidt
MODY – Eine wichtige Differentialdiagnose des früh manifestierenden Diabetes mel-litus und des Gestationsdiabetes mellitus

20.45 Uhr     PD Dr. Arno Kromminga
Immunologische Aspekte des Typ-1-Diabetes mellitus

21.10 Uhr     Dr. Jens Kröger
Reichen Metformin, Glibenclamid und Insulin in der medikamentösen Behandlung des Typ-2-Diabetes?

21.55 Uhr   
Diskussion

22.30 Uhr   
Ende der Veranstaltung

zum Thema:

In Deutschland sind ca. acht Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt. Der Diabetes mellitus ist ätiopathologisch sehr heterogen, Häufigkeit und Komplexität der Erkrankung stellen damit besondere Herausforderungen für Patientenbetreuung und Praxismanagement dar.

Die neue von allen Fachgesellschaften verfasste nationale Versorgungsleitlinie Diabetes mellitus Typ 2 setzt bei der Behandlung neue Schwerpunkte. Hinsichtlich der medikamentösen Optionen werden aufgrund der zurzeit zur Verfügung stehenden Endpunktstudien aus Sicht der Fachgesellschaften 2 unterschiedliche Wege beschrieben. Welcher Weg ist sinnvoll? Das IQWiG hat im Juli eine Bewertung aller DPP-IV-Hemmer abgegeben. Es ist davon auszugehen, dass diese Bewertung Einfluss auf die zukünftige Verordnungsfähigkeit dieser Substanzgruppe haben wird. Anfang September dieses Jahres werden nun die ersten 2 kardiovaskulären Endpunktstudien hinsichtlich der DPP-IV-Hemmer Saxagliptin und Alogliptin (in Deutschland zurzeit nicht erhältlich) auf dem europäischen Kardiologenkongress ESC veröffentlicht. Die neuesten Ergebnisse zu dieser Thematik sollen vorgestellt und diskutiert werden.

Beim monogen vererbten MODY („Maturity Onset Diabetes of the Young“) führen definierte Gendefekte zu einer gestörten Freisetzung des Insulins. Es sind gegenwärtig dreizehn Gene beschrieben, die MODY verursachen. Da der genetische Befund unmittelbare Konsequenzen für die Patienten hat (nicht alle MODY-Formen müssen mit Insulin behandelt werden), gewinnt die MODY-Diagnostik zunehmend an Bedeutung im klinischen Alltag. Dies zeigt sich auch in der neuesten evidenzbasierten Leitlinie der DDG und der DGGG zum Gestationsdiabetes mellitus, die präzise Angaben enthält, wann ein MODY-Gentest beim Schwangerschaftsdiabetes indiziert ist. Unter Berücksichtigung pathophysiologischer Grundlagen soll die differentialdiagnostische Bedeutung der MODY-Diagnostik diskutiert werden.

Die Differentialdiagnose des Typ-1-Diabetes mellitus (T1DM) basiert auf dem Nachweis von zirkulierenden Autoantikörpern gegen die inselzellspezifischen Antigene Glutamat-Decarboxylase (GAD) und Typrosinphosphatase IA2 und/oder gegen Insulin. Mit der Kombination von zwei Antikörpern, insbesondere von AK gegen GAD und IA2, lassen sich die Spezifität und Sensitivität auf annähernd 100% erhöhen. Autoantikörper gegen inselzellspezifische Antigene sind prädiktiv für einen T1DM. Der frühe Nachweis dieser Autoantikörper könnte neue Ansatzpunkte für eine Therapie ergeben, bevor die Zerstörung des Inselzellapparates ein kritisches Ausmaß angenommen hat. Wenngleich sich der T1DM hauptsächlich bei jungen Patienten manifestiert, kann es auch im fortgeschrittenen Alter zu einer Manifestation des T1DM in Form eines late onset oder latent autoimmune diabetes in adults (LADA) kommen, der in der Regel einen milderen oder sogar subklinischen Verlauf zeigt.