Allergien und Life Style: Folgen für Prävalenz, Diagnostik und Therapie

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

17.05.2011 um 20:00 Uhr

Anmeldung

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Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg hat diese Fortbildungsveranstaltung mit 4 Punkten bewertet.

Programm

20.15 Uhr        Dr. Andreas Lämmel
Einführung

20.20 Uhr        Priv.-Doz. Dr. Arno  Kromminga
Überempfindlichkeiten: Life Style oder Immunologie?

20.45 Uhr        Prof. Dr. Uta Jappe
Klinische und diagnostische Relevanz von Kreuzreaktivitäten

21.15 Uhr        Dr. Stephan Schultz
Falldarstellung: Kreuzreaktivitäten bei Nussallergie

21.30 Uhr        Dr. Andreas Kleinheinz
Medikamenten- induzierte allergische Reaktionen

22.00 Uhr        Diskussion

22.30 Uhr        Ende

zum Thema:

Die Prävalenz IgE-vermittelter Hypersensitivitäten hat in den letzten vier Dekaden in den westlichen Industrieländern deutlich zugenommen, wobei veränderten Umweltbedingungen und „Life Style“-Faktoren eine entscheidende Rolle zugeschrieben wird. Zukünftig wird die Hälfte aller Kinder an einer allergischen Erkrankung leiden. Für die Analyse allergenspezifischer IgE stehen als Allergene eine große Anzahl von Extrakten tierischen, pflanzlichen oder anderen Ursprungs zur Verfügung. Die Verwendung rekombinanter Allergene ermöglicht zunehmend eine verfeinerte Diagnostik, insbesondere vor Einleitung einer therapeutischen Desensibilisierung. Zelluläre Allergenstimulationstests, wie die durchflusszytometrische Bestimmung der Basophilendegranulation, können in Einzelfällen mit unzureichender serologischer IgE-Bestimmbarkeit eine Sensibilisierung aufdecken.

Bedeutung und klinische Relevanz von Kreuzreaktionen für die allergologische Diagnostik und Therapie sind immer wieder ein wichtiges Thema. Kreuzreaktionen sind definiert als Bindung von Antikörpern an unterschiedliche Substanzen, die identische oder zumindest ähnliche antigene Determinanten aufweisen. Viele Allergene sind Glykoproteine, die sich somit aus einem Protein und einer oder mehreren Kohlenhydrat-Seitenketten zusammensetzen. Auf diese Weise kann es zu Antigengemeinsamkeiten zwischen Pollen, Latex und z. B. Insektengiften kommen. Diese entsprechenden N-Glykane bezeichnet man deshalb auch als kreuzreaktive Kohlenhydratdeterminanten (engl: cross-reactive carbohydrate determinants: CCD). Für die im Pflanzenreich sehr häufigen N-Glykane ist die klinische Relevanz noch nicht vollständig geklärt. CCD beeinträchtigen jedoch die Spezifität der allergologischen Diagnostik. Seit kurzem kennt man mit der Galaktose-1,3-alpha-Galaktose ein weiteres Glykanepitop, welches mit sehr schweren allergischen Reaktionen assoziiert ist. Des Weiteren können Proteine/Glykoproteine, die ein und derselben Proteinfamilie angehören, wie z. B. Profiline, Lipid-Transferproteine und Bet-v 1-homologe Proteine, häufig Ursache von Kreuzreaktionen sein. Das Potential kreuzreaktiver Elemente und ihre Bedeutung für Diagnostik und Therapie sowie mögliche Lösungswege im Rahmen der In vitro-Diagnostik werden dargestellt. 

In diesem Zusammenhang wird am Fallbeispiel unter Berücksichtigung der klinischen Präsentation und des serologischen Befundes die Komplexität der klinischen Interpretation einer Nussallergie und der Therapieentscheidung dargestellt.

Etwa 8% der ambulant behandelten und 15–30% aller hospitalisierten Patienten zeigen unerwünschte Arzneimittelreaktionen. In mehr als 80% der Fälle handelt es sich dabei nicht um eine „Allergie“, sondern um Interaktionen beim Abbau von Medikamenten oder unerwünschte Effekte der Wirksubstanz. 10 bis 15% der Nebenwirkungen sind durch eine Hypersensitivitätsreaktion bedingt. Bei den Allergien werden verschiedene Phänotypen unterschieden, die kutanen Reaktionen reichen von milden Hautausschlägen (Exanthem, Urtikaria und Angioödem) bis zu lebensbedrohlichen schweren Formen (severe cutaneous adverse reactions = SCAR) wie dem Stevens-Johnson Syndrome (SJS), der toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN)  und der Drug Reaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) oder dem Drug induzierten Hypersensitivitäts-Syndrom (DIHS). Neben Anamnese, Haut- und Bluttest sowie der Provokation gibt es neue prädiktive HLA-Tests, die im Vorfeld der Einnahme das Risiko für bestimmte Medikamente vorhersagen können. Neue Erkenntnisse bei der Diagnose und dem Management von Medikamenten-bedingten Hypersensitivitätsreaktionen werden im Vortrag diskutiert.