4. Frühjahrssymposium: Lunge

Vortragsveranstaltung

Ort

Labor Lademannbogen
Lademannbogen 61
22339 Hamburg

Datum

25.04.2012 um 16:30 Uhr

Anmeldung

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Alternativ können Sie uns für die Teilnahmezusage eine E-Mail (info(at)labor-lademannbogen(dot)de) zuschicken oder uns unter der Telefonnummer 040 / 53805-0 benachrichtigen. Als Besucher sind Sie an diesem Abend unter der Telefonnummer 040 / 53805-791 zu erreichen.

Hinweis

Die Bewertung des Symposiums mit 7 Punkten ist bei der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg beantragt.

Programm

Programm

16:30                  Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Klaus F. Rabe

Block I               Strukturelle, immunologisch bedingte und maligne Lungenerkrankungen

16:40-17:50
16:40              
   COPD; Pathophysiologie und Klinik
Prof. Dr. Klaus Dalhoff

17:00                  Diagnostische Aspekte allergischer Erkrankungen
Priv.-Doz. Dr. Arno Kromminga

17:20                  Schweres Asthma
Prof. Dr. Klaus F. Rabe

17:40                  Diskussion
17:50                  Pause, Imbiss

18:05-19:15
18:05
                 Pathophysiologie und neue Entwicklungen in der Therapie der Cystischen Fibrose
Dr. Hans-Eberhard Heuer

18:25                  Genetische Grundlagen der Cystischen Fibrose
Dipl. Biol. Winfried Schmidt

18:45                  Therapie des fortgeschrittenen Lungenkarzinoms
Priv.-Doz. Dr. Martin Reck

19:05                  Diskussion
19:15                  Pause, Imbiss

 

Block II              Infektionen

19:30-21:00
19:30                  Bakterielle Infektionen

Prof. Dr. Dr. Hany Sahly

19:50                 Virale Infektionen
Dr. Christian Noah

20:10                  TBC
Dr. Sabine Rüsch-Gerdes

20:30                  Pilzinfektionen
Prof. Dr. Frank-Michael Müller

20:50                  Diskussion
21:00                  Zusammenfassung und Ausblick

Prof. Dr. Klaus F. Rabe

zum Thema:

Die Häufigkeit allergischer und chronischer Atemwegserkrankungen nimmt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen stetig zu. Die COPD ist eine Volkskrankheit, an der etwa 10% der Bevölkerung leiden. Neue therapeutische Strategien bieten sich sowohl pharmakologisch als auch interventionell an, aber für welchen Patienten welche Therapie geeignet ist, wird noch intensiv diskutiert. Während operative Lungenvolumenreduktionen eine erhöhte Mortalität zeigten, könnten minimal-invasive Verfahren alternative Therapieoptionen darstellen. Auch das Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. 5% der Erwachsenen und 7-10% der Kinder leiden an Asthma bronchiale. Pathogenetisch ist die allergische (extrinsische) Form vom intrinsischen Asthma zu unterscheiden. Während bei Kindern das allergische Asthma häufiger ist, tritt im Alter gehäuft die nicht-allergische Form als Folge zivilisatorischer Veränderungen auf. Die Abklärung von Allergien beruht auf einer diagnostischen Trias aus Anamnese, Hauttests und IgE-Bestimmungen. Vor Einleitung einer therapeutischen Desensibilisierung werden zunehmend rekombinante Allergene zur Diagnostik verwendet. Ergänzend kann eindurchflusscytometrischer Test (Flow-CAST) eingesetzt werden, wenn spezifische IgE-Analysen nicht zur Verfügung stehen.

Durch die Entdeckung des CFTR-Gens im Jahr 1989 wurden die Grundlagen für die Erforschung der molekularen und zellularen Pathophysiologie der Cystischen Fibrose (CF) geschaffen. Ziel dieser Forschung war es von Anfang an, aufbauend auf diesem neuen Wissen eine kausale Therapie der CF zu entwickeln. Die Analyse und Interpretation des CF-Genotyps sind ein essentieller Bestandteil in dem Prozess, die Diagnostik zu verbessern, die Prognose bei bestimmten Genveränderungen besser einschätzen zu können und mutationsspezifische Therapien für Patienten mit Mukoviszidose zu entwickeln.

Bösartige Lungentumoren machen etwa ein Viertel aller Malignome aus, wobei die kleinzelligen (SCLC) von den nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen unterschieden werden. Diese Unterscheidung ist von therapeutischer Relevanz. In den letzten Jahren wurden darüber hinaus molekulare, individualisierte Therapieansätze entwickelt, die neue Chancen im Kampf gegen diese Tumorerkrankungen bieten.

Atemwegsinfektionen nehmen in der Liste der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit einen Spitzenplatz ein und gelten als häufigste infektionsassoziierte Todesursache in der westlichen Welt. Die Gesamthäufigkeit allein der ambulant erworbenen Pneumonie wird in Deutschland auf jährlich 400.000 bis 600.000 geschätzt. Ihre Letalität liegt im ambulanten Bereich < 1 %, steigt bei hospitalisierten Patienten jedoch deutlich an und zeigt eine signifikante Altersabhängigkeit. In den letzten Jahren wurde eine Reihe neuer respiratorischer Erreger identifiziert, wobei deren klinische Relevanz nicht in jedem Fall abschließend geklärt ist. Die Veranstaltung bietet einen umfassenden Überblick über Erregerklassen, Möglichkeiten und Indikationen der infektiologischen Diagnostik sowie therapeutische Optionen.

Bei der Tuberkulose ist Deutschland im internationalen Vergleich ein Land mit niedriger Prävalenz. Hinsichtlich der Schwere der Erkrankung sowie der langen Therapiedauer von mindestens sechs Monaten ist jedoch besorgniserregend, dass sich der Trend deutlich rückläufiger Inzidenzen seit einigen Jahren nicht mehr fortsetzt, die Zahl der Neuinfektionen bei Kindern sogar steigt. Im Rahmen der Veranstaltung werden Daten zur Epidemiologie, diagnostische Möglichkeiten und deren Wertigkeit sowie die neuen Empfehlungen zur Therapie der Tuberkulose vorgestellt.