AstraZeneca und Thromboserisiko - Diagnostikhinweise

Aufgrund vieler Nachfragen zum AstraZeneca-COVID-19-Vakzin und einer sinnvollen ärztlichen
Diagnostik zur Abklärung einer möglichen Sinusvenenthrombose bei Geimpften möchten wir Ihnen
die aktuelle Stellungnahme der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e. V. vom 22.03.2021 zur Verfügung stellen. Darüber hinaus können Sie sich auf der Homepage gth-online.org über die neusten Entwicklungen und Empfehlungen informieren.

Zum Ausschluss einer Sinusvenenthrombose eignen sich folgende labormedizinische
Untersuchungen:

• Kleines Blutbild (2,7 ml EDTA-Blut) mit Bestimmung der Thrombozytenzahl
• D-Dimere (3 ml Citratblut)

Ggf. bei entsprechender Anamnese und Klinik sowie Thrombozytopenie und auffälliger D-Dimer-
Konzentration:

• HIT-Diagnostik (7,5 ml Vollblut) zur Abklärung einer immunvermittelten Thrombozytopenie
durch AK gegen Heparin-PF4-Komplex

Die Sinusvenenthrombose bei mit AstraZeneca-COVID-19-Vakzin Geimpften ist laut der
Fachgesellschaft GTH eine immunvermittelte Thrombozytopenie, die durch Antikörper gegen Heparin-
PF4-Komplex verursacht wird, typischerweise zwischen dem 4. und 10. Tag nach Impfung.
Zu beachten sind die Differentialdiagnosen, die ebenfalls zu einer Thrombozytopenie und/oder zu
erhöhter D-Dimer-Konzentration führen können.
Eine erhöhte D-Dimer-Konzentration allein ist jedoch nicht beweisend für das Vorliegen eines
thromboembolischen Ereignisses und bedarf ggf. einer weiteren Abklärung in enger Zusammenschau mit
der klinischen Verdachtsdiagnose.

DD Thrombozytopenie:
thrombotische Mikroangiopathie (iTTP, aHUS), Antiphospholipidsyndrom, paroxysmale nächtliche
Hämoglobinurie und maligne (hämatologische) Grunderkrankungen

DD erhöhte D-Dimer-Konzentration:

unter fibrinolytischer Therapie, bei akuten oder chronischen Entzündungen (Infekte, Rheuma,
Leberzirrhose u.a.), nach chirurgischen Eingriffen innerhalb der letzten vier Wochen, Tumorleiden u.a.
Ein negatives Ergebnis bei der Bestimmung der D-Dimer-Konzentration schließt eine intravasale
Gerinnungsaktivität mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gern an unsere ärztlichen Ansprechpartner/innen im Haus.