SARS‐CoV‐2 Antikörper‐Diagnostik aus Serum

Infektionen mit SARS-CoV-2-verlaufen nach vorläufigen Daten in 20-50 % der Fälle ohne Symptome. 80% der durch SARS-CoV-2 verursachten Erkrankungen (SARS-CoV-2) sind darüber hinaus durch eine nur milde bis moderate Symptomatik gekennzeichnet, so dass in vielen Fällen eine Labordiagnostik unterbleiben dürfte. Daher muss von einer erheblichen Untererfassung von SARS-CoV-2-Infektionen ausgegangen werden.

Für den retrospektiven Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion steht ab sofort ein Antikörper-Nachweis zur Verfügung. IgG-Antikörper sind in den meisten Fällen 2 Wochen nach Symptombeginn nachweisbar. Da die Inkubationszeit bis zu 2 Wochen beträgt, sollte eine Antikörperbestimmung bei asymptomatischen Patienten erst in einem zeitlichen Abstand von 4 Wochen nach einem möglichen Infektionsereignis erfolgen. IgA-AK treten kurze Zeit vor den IgG-AK auf und können so die Sensitivität der Antikörperbestimmung nach kürzlich erfolgter Infektion erhöhen. Für den Beweis einer abgelaufenen Infektion sind allerdings nur die IgG-AK entscheidend.

Die Spezifität für den Nachweis von IgG Antikörper gegen SARS-CoV-2 liegt laut Angaben des Testherstellers bei 97,5 %. Bei der aktuell noch niedrigen Prävalenz mit 108.202 nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektionen in Deutschland (Stand vom 09.04.20) ist die Aussagekraft (positiver prädiktiver Wert) eines positiven Antikörpernachweises daher eingeschränkt.

Studiendaten zur Dauer der Immunität nach abgelaufener SARS-CoV-2-Infektion stehen verständlicherweise noch nicht zur Verfügung. Wenngleich aus Erfahrungen mit anderen Beta-Coronaviren (SARS1- und MERS) abgeleitet werden könnte, dass eine Re-Infektion mit dem pandemischen SARS-CoV-2 nicht wahrscheinlich ist, sollte auch beim Nachweis von IgG-AK nicht auf die üblichen Schutzmaßnahmen im Kontakt mit Verdachtsfällen und Infizierten verzichtet werden.

Wichtiger Hinweis: Zur Diagnostik einer akuten Infektion ist die Antikörper-Bestimmung ungeeignet. Sie kann den Direktnachweis aus respiratorischem Material mittels PCR nicht ersetzen.

Probenmaterial: Serum

Abrechnung

Eine Kostenübernahme der IgG- und IgA-Antikörperuntersuchung auf SARS-CoV-2 ist bei medizinischer Begründung sowohl für Versicherte der Gesetzlichen Krankenkassen (EBM: 32641) als auch der Privaten Krankenkassen (GOÄ: 4400) möglich. Bitte denken Sie bei Versicherten der Gesetzlichen Krankenkassen an die zusätzliche Angabe der Kennziffer 88240 in Ihren Unterlagen. Im Unterschied zur SARS-CoV-2-PCR ist die Antikörperbestimmung derzeit keine extrabudgetäre Leistung. Die Fallwertbelastung beträgt 11,10 € je Antikörper. Die Kosten für Untersuchungen im Rahmen einer individuellen Gesundheitsleistung belaufen sich auf 17,49 € je Antikörper.