Aktuelles zum Coronavirus – 2019-nCoV

Das neue Coronavirus – 2019-nCoV- breitet sich derzeit innerhalb Chinas und auf weitere Länder sehr schnell aus. Auch in Deutschland kam es bereits zu bestätigten Fällen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 30.1.2020 festgestellt, dass es sich um eine "Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" (PHEIC) handelt. Für Deutschland hat die Einstufung keine direkten Folgen, da die WHO-Empfehlungen hier bereits erfüllt sind. Somit besteht laut Robert Koch-Institut (RKI) nur eine geringe Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung.

Diagnostik:


Der Nachweis von 2019-nCoV erfolgt ausschließlich als Direktnachweis der Virus-RNA mittels PCR aus Abstrichen oder Sekret des Respirationstraktes. Die Untersuchung erfolgt derzeit in einem Partnerlabor. Geeignet sind Nasopharynx- oder Rachenabstriche plus Sputum oder Trachealsekret oder BAL. Bitte verwenden Sie bei Abstrichen einen trockenen Abstrichtupfer (Bestell-Code OMB, OMO oder OMW), ein Abstrichtupfer mit Gel ist nicht geeignet!

 

Der Probentransport erfolgt über den üblichen Transportweg (Laborfahrer), es gelten die bekannten Sicherheitsvorkehrungen für potentiell infektiöses Material. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen sind nicht notwendig.

 

Meldepflicht:

Nach §6, Abs. (1) IfSG besteht eine namentliche Meldepflicht (Personen unter weiterer Abklärung, wahrscheinliche Fälle und bestätigte Fälle) für den behandelnden Arzt. Als Verdachtsfälle gelten demnach Personen, bei denen eine spezifische Untersuchung auf eine Erkrankung durch 2019-nCoV durchgeführt werden muss. Positive Nachweise werden auf Basis von §7, Abs. (2) IfSG vom Labor an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet.


Anforderung und Abrechnung einer Untersuchung auf Coronavirus 2019-nCoV

Durch eine Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 01. Februar 2020 erfolgt für Versicherte der Gesetzlichen Krankenkassen für den Nukleinsäurenachweis des neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) eine Kostenübernahme. Die Kostenübernahme gilt nur für die vom RKI definierten Risikogruppen.

Falldefinition RKI:

1.) Personen mit respiratorischen Symptomen unabhängig von deren Schwere
    
UND Kontakt mit einem bestätigten Fall mit 2019-nCoV

2.) Personen mit erfülltem klinischen Bild UND Aufenthalt in einem Risikogebiet

Die bei klinischem Verdacht gemäß der Falldefinition des RKI erforderlichen Leistungen sind gemäß der Vorgabe der Kassenärztlichen Vereinigung mit der Ziffer 88240 auf dem Behandlungsausweis zu kennzeichnen.

Zur Sicherstellung der Kostenübernahme geben Sie daher auf der Laborüberweisung für GKV-Patienten unbedingt die Ziffer „88240“ oder ggf. eine Kurzanamnese (Risikokontakt / Risikoaufenthalt) deutlich sichtbar an.

Da es sich um eine meldepflichtige Erkrankung handelt, sollten Sie die Ausnahmekennziffer 32006 für eine fallwertneutrale Diagnostik verwenden.

Sollte ein Patient die vom RKI definierten Vorgaben für eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung nicht erfüllen, bieten wir die Untersuchung als individuelle Gesundheitsleistung für 58,28 € an. Bitte kennzeichnen Sie diese Aufträge als IGeL oder verwenden Sie hierzu unsere IGeL-Bögen.

Die oben genannten Informationen basieren auf dem Stand vom 06.02.2020. Aktuelle Informationen finden Sie unter: www.rki.de/ncov. Bitte denken Sie bei der Diagnostik auch an die aktuelle Grippewelle (eine Influenza ist zurzeit deutlich wahrscheinlicher als eine Infektion mit 2019-nCOV) und an die Differenzialdiagnostik bakterieller Infektionen.

 

Bitte beachten Sie, dass wir in unserem Labor keine Probenentnahmen bei Patienten mit Verdacht auf Coronavirus-Infektion durchführen können.