Allgemeine Angaben

Der Untersuchungsauftrag muss mindestens folgende Angaben beinhalten:

1. Patienten-bezogene Daten (Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum, Wohnort)
2. Angabe der einsendenden Praxis
3. Art des Untersuchungsmaterials sowie ggf. des Entnahmeortes
4. Datum und (wenn relevant) Uhrzeit der Probennahme
5. Eindeutige Angabe der angeforderten Untersuchungen oder eine medizinische Fragestellung

Um eine korrekte und individuelle Befundinterpretation zu ermöglichen, ist darüber hinaus die Angabe klinischer Daten (Indikation, (Verdachts-) Diagnose, Grunderkrankung, Therapie, vorausgegangene Antibiotika-Medikation, Schwangerschaft, Exposition, etc.) sowie die Mitteilung ggf. vorhandener Vorbefunde notwendig.

Bei der Anforderung ”pathogene Keime” wird der Untersuchungsgang an dem für den Entnahmeort typischen Erregerspektrum ausgerichtet. Bei möglicher klinischer Relevanz der nachgewiesenen und differenzierten Keime wird ein Antibiogramm durchgeführt.

Untersuchungen, die ausdrücklich angefordert werden müssen, da sie den Einsatz spezieller Kulturmedien bzw. Nachweismethoden erfordern, sind im Kapitel „Mikrobiologie“ für die jeweiligen Untersuchungsmaterialien gesondert aufgeführt (z.B. Mykobakterien, Aktinomyzeten).

Hinweis zur Empfindlichkeitstestung von Keimen: Nach Anzucht der Keime in der Kultur mit in der Regel (semi-) quantitativer Mengenangabe und Differenzierung mittels biochemischer Verfahren bzw. MALDI-TOF MS erfolgt ggf. die Resistenzbestimmung der isolierten Bakterien in Abhängigkeit vom Material, der Menge und der Pathogenität bzw. der klinischen Relevanz der Erreger. Die Empfindlichkeitsprüfung der Bakterien erfolgt nach einem standardisierten Testverfahren nach CLSI (Clinical Laboratory Standards Institute) mittels Mikrobouillon-Dilutionstest (Vitek®) bzw. Agar-Diffusions-Test (ggf. auch MHK-Bestimmung mittels Etest®) bei Aerobiern und Mikrodilution bzw. MHK-Bestimmung mittels Etest® bei Anaerobiern.

Für Facharztaufträge für gesetzlich versicherte Personen muss der „Überweisungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung“ (Muster 10) verwendet werden. Bei privat versicherten Personen sowie für IGeL-Untersuchungen bitten wir um die vollständige Anschrift des Patienten bzw. der Patientin. Zur Erleichterung der Anforderung haben wir für verschiedene Fachrichtungen und Indikationen spezifische Anforderungsformulare, die auch in Kombination mit dem Muster-10-Schein verfügbar sind, erstellt. Eine Übersicht ist auf unserer Homepage im Bereich „Service“ zu finden.

Für die eindeutige Identifizierung sowie Zuordnung der Probe zum Untersuchungsauftrag empfehlen wir, das Probengefäß sowie den Auftragsschein mit einem Barcode zu bekleben. Entsprechende Barcode-Aufkleber stellen wir Ihnen zur Verfügung. Werden keine Barcodes verwendet, muss das Probengefäß zur Identitätssicherung mit Namen, Vornamen und Geburtsdatum leserlich beschriftet sein. Diese Angaben sind für Blutgruppen-serologische Untersuchungen unabhängig von der Verwendung von Barcodes obligat.

Neben der Schein-gebundenen Form der Anforderung von Untersuchungen bieten wir auch die Möglichkeit, mit Hilfe der Software „Star.net® Labor“ einen Laborauftrag elektronisch zu erstellen und online an das Labor zu schicken. Star.net® ermöglicht darüber hinaus eine Befundansicht sowie die elektronische Nachforderung von Analysen.  Zudem sind Sie mit dem integrierten Analysenverzeichnis immer auf dem aktuellen Stand der von uns angebotenen Leistungen. Die Analysenauswahl kann durch die Definition von Favoriten an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Auch Mischaufträge (Facharzt und Laborgemeinschaft) sind möglich, wobei star.net® die Analysen automatisch den entsprechenden Auftragsformularen zuordnet. Alle für den Auftrag notwendigen Formulare und Barcodes werden vom System generiert und beim Senden eines Auftrags automatisch gedruckt. Hilfreich erweist sich ferner die optische Darstellung der benötigten Materialien und der Probenträger. Ebenfalls erhalten Sie umfangreiche Hinweise zur Präanalytik sowie zur Abnahme und zum Transport. Wenn Sie diesen kostenlosen Service nutzen wollen oder einen Demo-Termin wünschen, nehmen Sie gerne Kontakt mit unserem Star.net®-Team auf.

Nachforderungen
Bei ausreichendem Probenvolumen können Analysen grundsätzlich innerhalb von einer Woche nach Probeneingang nachgefordert werden. Ausgenommen sind Untersuchungen, die infolge eingeschränkter Material- bzw. Analyt-Stabilität nicht mehr aussagekräftig wären.

Kulturelle Untersuchungen sind in der Regel nur innerhalb von 24 Stunden nach Probenentnahme nachforderbar. Andernfalls ist die Stabilität und/oder die Konstanz der mikrobiologischen Zusammensetzung der Probe nicht mehr gewährleistet.

Nachforderungen können telefonisch (040/53805 450), per Fax (040/53805 125) oder online mit star.net® Labor in Auftrag gegeben werden. Soll ein Probenmaterial länger als eine Woche aufbewahrt werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis auf dem Anforderungsschein bzw. um telefonische Rücksprache.

Cito-Anforderungen
Wir bitten Sie, Cito-Untersuchungen, die über die Basis-Diagnostik aus dem Bereich der klinischen Chemie (z.B. CRP) oder der serologischen Infektionsdiagnostik (z.B. HIV-Test) hinausgehen, zuvor mit dem Labor abzusprechen. In medizinischen Notfällen stellen wir gerne einen Sonderkurier zur Verfügung. Das Probenmaterial sowie der Anforderungsschein sollen mit dem roten "Cito-Aufkleber" versehen werden. Bitte kennzeichnen Sie die Untersuchung, die Cito erfolgen soll und notieren Sie, bis wann das Ergebnis vorliegen muss. Bitte geben Sie an, wie die Befundmitteilung erfolgen soll und gewährleisten Sie z.B. durch Angabe einer individuellen Telefon- oder Faxnummer Erreichbarkeit. Für den Transport verwenden Sie bitte die roten Cito-Probentüten, die jeweils nur für eine Probe verwendet werden sollten.

Probentransport

Wir verfügen über ein flächendeckendes Netz von Kurieren, die auf einen vorschriftsmäßigen und sachgerechten Probentransport spezialisiert sind. Gerne können Sie regelmäßige Abholtermine mit unserem Fahrdienst telefonisch absprechen. In medizinischen Notfällen sowie im Fall von Untersuchungen, bei denen die entsprechenden Materialien sofort verarbeitet werden müssen (z.B. Amöben, Cholera), organisieren wir eine individuelle Abholung Ihrer Proben. Beim Transport diagnostischer Proben per Post ist die Einstufung nach Risikogruppen zu beachten. Geeignete Transportgefäße werden von uns zur Verfügung gestellt. Fragen Sie uns nach den erforderlichen Verpackungen. Unseren Fahrdienst erreichen Sie telefonisch unter 040/53805-333.

Befundmitteilung

Die Befundmitteilung erfolgt schriftlich und darüber hinaus, wenn gewünscht, per DFÜ (Mailbox) und  unserem Service "Onlinebefunde". Die Zustellung der schriftlichen Befunde erfolgt durch unseren Fahrdienst oder per Post. Soll ein Befund zusätzlich oder ausschließlich per Fax oder telefonisch mitgeteilt werden, bitten wir um entsprechende Mitteilung. Im Fall der Über- oder Unterschreitung von Notfallgrenzen für definierte Laborwerte erfolgt automatisch eine telefonische Mitteilung oder Mitteilung per Fax. Dabei orientieren wir uns an den Empfehlungen der ‚International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine‘ (IFCC).