Substitutionstherapie Opioidabhängiger: Therapie & Beigebrauch

Urin-Gewinnung unter direkter Sicht
Urin-Gewinnung unter direkter Sicht (in der Theorie)

Urin - und neuerdings auch Speichel - sind die gebräuchlichsten Untersuchungsmaterialien in der Drogenanalytik, auch im Rahmen der Suchtmedizin bzw. der Substitutionstherapie Opioid-Abhängiger. Ein Vorteil von Urin und Speichel ist, dass die Probenahme nichtinvasiv ist und eine Einnahmekontrolle des Substitutions-Medikamentes (z.B. Methadon oder Buprenorphin) in der gleichen Probe erfolgt. Zudem sind die Substanzen eines möglichen sogenannten Beikonsums bzw. Beigebrauchs lange nachweisbar. Serum bzw. Blut ist insbesondere ergänzend z.B. für Medikamenten-Spiegelbestimmungen von Relevanz.

URIN mit Ruma-Marker:
Für eine sichere Aussage von Drogenuntersuchungen im Urin muss sichergestellt werden, dass der Urin nachweislich vom untersuchten Patienten und vom richtigen Tag stammt (d.h. kein vertauschter oder aufgehobener Urin ist). Daher bieten wir für unsere Einsender in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen zur Proben-Identitätssicherung den Ruma-Marker an, der gegenüber der Uringewinnung unter direkter Sicht viele Vorteile hat.

SPEICHEL:
Eine Alternative zur Identitätssicherung ist die Untersuchung von Speichel. Bei Speichel ist die Probengewinnung ebenfalls nichtinvasiv und wird per se unter direkter Sicht durchgeführt, wobei sich der Patient nicht entblößen muss und so die unangenehmen Probleme wie bei Urinkontrollen unter Sicht entfallen. Bei Substitol-Therapie ist Speichel das bevorzugte Material.

ÜBERSICHT:
- Untersuchung von Urin + Ruma-Marker zur Proben-Identitätssicherung
- Untersuchung von Speichel -> kein Marker notwendig, besstes Material bei Substitol


DROGEN- und MEDIKAMENTENNACHWEISE:
Wir bieten ein auf therapeutische Anforderungen optimiertes Drogenscreening an, dass auch synthetische Opiate (Opioide) mit einschließt. Zahlreiche weitere Substanzen und die Bestätigungsuntersuchungen werden als LC-MS/MS Analysen angeboten. Für Speichel bieten wir ein Multi-Targetscreening mittels LC-MS/MS an, denn immunologische Teste sind unter anderem aufgrund ihrer geringen Sensitivität für Speichel bislang nicht geeignet.

Gabeform UND Metabolite müssen unterschieden werden:

Beispiel Buprenorphin + Metabolit Norbuprenorphin:
Das pharmakologisch unwirksame Buprenorphin-Glukuronid hat i.d.R. den größten Anteil aller Buprenorphin-Formen im Urin und im Blut. Wirksam ist neben der Gabeform Buprenorphin (BU) v.a. der Metabolit Norbuprenorphin (NBU). Deren Quotient ist ein sensitiver Indikator für Probenmanipulationen (BU/NBU-Quotient: Quotient aus Buprenorphin- und Norbuprenorphin-Konzentration).

Beispiel Methadon + Metabolit EDDP:
Entscheidend ist die Bestimmung von EDDP zusammen mit Methadon, damit eine Manipulation durch Zugabe von Methadon zum Urin von einer therapiekonformen Methadon-Einnahme unterschieden werden kann.

Beispiel Diamorphin bzw. Substitol:
Zur Unterscheidung der Medikation von unerwünschtem Beikonsum werden mit einer speziellen Methode Morphin, Codein, 6-Monoacetylmorphin (6-MAM) und weiteren Substanzen quantifiziert. Die Verhältnise der ermittelten Konzentrationen werden verwendet, um eine therapiekonforme Einnahme von einem unerwünschten Beigebrauch zu unterscheiden. Das bevorzugte Material ist Speichel. 

IV-Konsum-Marker: Der intravenöse Konsum (IV-Konsum) zerkleinerter Methadon- bzw. Buprenorphin-Tabletten oder -Lösungen ist ein relevanter Risikofaktor bei der Substitutions-Therapie Opioidabhängiger. Ein solcher Konsum kann -anders als z.B. ein Heroin-Konsum- im Drogenscreening nicht vom verabreichten Medikament unterschieden werden. Da diese Tabletten bzw. Lösungen große Anteile bestimmter Zucker (Disaccharide) enthalten, werden diese Zucker mit injiziert und dann mit dem Urin ausgeschieden. Erhöhte Konzentrationen dieser Disaccharide im Urin sind daher ein Hinweis auf intravenösen Konsum (IV-Konsum) zuckerhaltiger Lösungen oder gelöster Tabletten wie z.B. Methadon- oder Buprenorphin-Präparate, sofern zugleich Methadon oder Buprenorphin nachgewiesen wurde.

Zur Erfassung der Perianalytik im Urin führen wir standardmäßig die Messung von Kreatinin, pH-Wert und Sample-Check im Urin durch. Im Speichel bestimmen wir die Amylase-Aktivität und weitere Hilfsparameter.

Ergänzend finden Sie ein umfangreiches Spektrum an therapeutischen Medikamenten-Spiegelbestimmungen (TDM) z.B. von HIV-Medikamenten und infektionsmedizinischen Untersuchungen (virale Hepatitis, HIV etc.).

Weitere Informationen:

Sicherstellung der Proben-Identität:
 - Urin: Ruma-Marker
 - Speichel-Drogenteste

Perianalytik:
 - Urin-Echtheit (Kreatinin & Co)
 - Urin-Verfälschung (Sample-Check & Co)
 - Speichel-Perianalytik

IV-Konsum-Marker im Urin:
 - IV-Konsum-Marker

Drogentests & Drogenanalytik im Urin, Speichel und Serum/Blut:
 - Drogenanalytik im Urin
 - Drogenanalytik im Speichel
 - Drogenanalytik im Serum/Blut

Infektionsmedizin und Therapeutisches Drug Monitoring (TDM):
 - siehe Analysen-Spektrum

Wichtige Information:

Die Inhalte des Analysen-Spektrums sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen stellen in keiner Weise Ersatz für professionelle Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Die Inhalte des Analysen-Spektrums dürfen und können nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden. Das Labor Lademannbogen fordert alle Benutzer mit Gesundheitsproblemen dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Arzt aufzusuchen.