Steinleiden / Urolithiasis - Diagnose Stufenprogramm

 

 

Minimalprogramm Steinanalyse + erste orientierende Untersuchungen

Bei Verdacht auf ein Steinleiden werden erste orientierende Untersuchungen durchgeführt. Diese können z.T. auch direkt in der Praxis vorgenommen werden.

Serumuntersuchungen
Anhand der Calcium-, Harnsäure- und Kreatininwerte im Serum wird der Verdacht auf einen pHPT, eine Hyperurikämie bzw. die Nierenfunktion überprüft.

Spontanurinuntersuchungen
Durch die Anwendung der Teststreifenchemie und des standardisierten Sediments (MD-Kova-System) erhält man Hinweise auf das Vorliegen eines Harnweginfekts (Nitrit, Leukozyten, Protein). Eine Hämaturie signalisiert eine Steinbewegung. Der pH-Wert stützt den Verdacht auf einen Infekt (pH > 7). Er zeigt bei mehrmaligen Messungen (Tagesprofil) an, ob eine "Säurestarre" (pH < 5,5) vorliegt. Ein zu hohes spezifisches Gewicht deutet auf eine ungenügende Flüssigkeitszufuhr hin. Das Urinsediment sichert einige Verdachtsmomente, der Nachweis bestimmter Kristallformen kann Hinweise auf die entsprechende Steinart geben. Die Infektabklärung erfolgt weiter durch eine Keimzahlbestimmung und Kultur. Andere renale bzw. extrarenale Ursachen müssen natürlich differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden.

Spontanurin
Teststreifen:
pH-Wert (mehrmals täglich), Erythrozyten, Leukozyten, Nitrit, Dichte (oder mit Urometer)
Urinsediment-Standardmethoden
Keimzahlbestimmung und Kultur

Serum
Calcium, Harnsäure, Kreatinin

Stein
Steinanalyse mit IR (Infrarotspektroskopie)

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Standardprogramm Steinanalyse + 24 Std. Urin- und Serumuntersuchungen

An das Minimalprogramm sollte sich nach dem Steinabgang oder der Steinentfernung eine weiterführende Ursachenabklärung anschließen. Die Labordiagnostik wird erweitert, indem wichtige lithogene und inhibitorische Parameter im 24 Std. Urin bestimmt werden. Hinzu kommen Serumuntersuchungen, die zur weiteren Absicherung eines primären Hyperparathyreoidismus (pHPT) bzw. einer möglichen renalen tubulären Azidose (RTA) führen. Von entscheidender Bedeutung ist die Tatsache, daß die Untersuchungen im 24 Std. Urin durchgeführt werden. Eine korrekte Urinsammlung und eine gute Konservierung sind unerläßlich, um schon im Vorfeld Fehler auszuschließen. Prinzipiell erscheint eine Untersuchung des Steinpatienten unter der ihm gewohnten Diät sinnvoll, entspricht dies doch der metabolischen Situation, unter welcher sich das Steinleiden entwickelt hat. Die Ergebnisse der Urin- und Serumuntersuchung werden dann im Zusammenhang mit der Steinanalyse beurteilt, und unter Berücksichtigung der Ernährungsanamnese kann ein therapeutisches Konzept entworfen werden. Wichtig in diesem Zusammenhang sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Die Häufigkeit richtet sich nach dem Steinstatus und der Rezidivfrequenz. Sie sollten jährlich jedoch 2 - 3 mal angesetzt werden. Die dabei zu kontrollierenden Parameter werden nach pathologischem Vorbefund bzw. nach der eingeschlagenen Therapie festgelegt.

24 Std. Urin
(gesammelt über 10 ml halbkonzentrierter Salzsäure, Kühlung! Bitte Urinsammelbehälter anfordern!) Volumen, Dichte, [pH], Calcium, Harnsäure, Zitronensäure, Oxalsäure, Magnesium, Phosphat, Ammonium, Kreatinin, Cystin-Schnelltest bzw. Cystin (wenn positiv)

Serum
Calcium, Harnsäure, anorg. Phosphat, Kreatinin, evtl. PTH, evtl. Blutgasanalyse

Stein
Steinanalyse mit IR (Infrarotspektroskopie)

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Spezialprogramm ergänzende, weiterführende Spezialuntersuchungen

Bei therapierefraktären Steinbildnern und einer vermuteten Stoffwechselstörung wird zusätzlich die Durchführung einer erweiterten Stoffwechselabklärung empfohlen.

Abklärung eines Verdachtes
auf pHPT Parathormon (intakt, midreg.), ion. Calcium, evtl. cAMP, knochenspez. alk. Phosphatase, Pyridinoline

Abklärung einer latenten
Hyperurikämie Purin-Belastungstest

Abklärung eines Verdachtes
auf RTA mehrtägiges pH-Tagesprofil, NH4Cl-Belastungstest, Blutgasanalyse

Abklärung eines Harnweginfekts
Keimzahlbestimmung, Kultur

Calcium-Belastungstest
bei häufiger Rezidiv-Ca-Steinbildung zur Unterscheidung der 3 Typen der Hyperkalziurie: absorptiv, renal, resorptiv entsprechende Parameter

 

 

Wichtige Information:

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