Drogentests & Drogenanalytik (Übersicht)

Drogentests dienen der Prüfung auf einen Konsum oder eine missbräuchlichen Einnahme eines Suchtstoffes bzw. Betäubungsmittels. Dabei können entweder einzelne Stoffe oder aber Gruppen von Wirkstoffen getestet werden.

Die jeweiligen Fragestellung, der Anlass der Testung und der zeitliche Abstand zwischen einem (vermuteten) Konsum und der Probengewinnung bestimmen das zu untersuchende Körpermaterial, die zu untersuchenden Parameter und die zur Untersuchung geeigneten Methoden.

Wahl des Untersuchungsmaterials: Urin, Speichel, Serum/Blut bzw. Haar:

Aufgrund der in der Regel längeren Nachweisbarkeit von Drogen im Urin im Vergleich zu Serum war Urin lange Zeit das Material der Wahl. Inzwischen sind Drogentests & Drogenanalytik im Speichel von zunehmender Bedeutung, insbesondere aufgrund der einfachen Sicherstellung der Probenidentität. Mittels Haaranalysen lassen sich Informationen über eine länger zurückliegende Aufnahme von Drogen erhalten. Serum bzw. (Kapillar)Blut ermöglicht die Messung von Wirkspiegeln (TDM).

Details: siehe Analysen-Spektrum:

- Drogentests & Drogenanalytik im Urin

- Drogentests & Drogenanalytik im Speichel

- Drogentests & Drogenanalytik im Serum/Blut

- Drogentests & Drogenanalytik im Kapillarblut

- Drogentests & Drogenanalytik im Haar

- Drogentests & Drogenanalytik im Schweiß

- siehe auch Substitutionstherapie Opioid-Abhängiger

- siehe auch Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)

 

Bedeutung der Methodik / Untersuchungstechnik:


Immunologische Teste (Screening/Vortest):
Mittels immunologischer Methoden (Enzymimmunoassays, EIA) können viele Substanzen schnell, sicher und preiswert nachgewiesen werden. Im Vergleich zu Teststreifen (Sticks) besitzen EIAs eine je nach Parameter um den Faktor 2-5 höhere Empfindlichkeit (einige wichtige Benzodiazepine können mit Sticks gar nicht nachgewiesen werden, da sie in der Probe fast vollständig als Glukuronid-Metabolite vorliegen, die von Sticks nicht erkannt werden). Zudem sind Ablesefehler – die bei Teststreifen häufigste Fehlerquelle – durch die automatisierte Messung nahezu ausgeschlossen.
Kreuzreaktionen können jedoch bei EIAs zu falsch positiven Befunden führen. Der immunologische Screening-Test (Vortest) ergibt ein vorläufiges, qualitatives oder semiquantitatives Ergebnis. Zur Abklärung bieten wir Bestätigungsuntersuchungen an.

Generell sollten alle positiven Screening-Ergebnisse mit medizinischen, sozialen bzw. juristischen Konsequenzen verifiziert, d.h. mit Bestätigungsmethoden überprüft werden.

Massenspektrometrische Analysen (zur Bestätigung - oder als Einzelsubstanznachweis):
Für eine eindeutige Aussage müssen insbesondere positive Screening-Ergebnisse immer mit einem spezifischeren analytischen Verfahren (chromatographische Methode, z.B. GC-MS, LC-MS/MS) verifiziert, d.h. bestätigt oder widerlegt werden.
Im Unterschied zum immunologischen Screening werden dabei einzelne Stoffe hoch spezifisch separat mit einem (semi)quantitativem Ergebnis erfasst. Zudem ist die Sensitivität dieser Technik oft deutlich besser als die des entsprechenden Screening-Testes: Je nach Parameter ist die Empfindlichkeit um den Faktor 2-10 höher. Daher können auch grenzwertig positive Screening-Ergebnisse gut überprüft werden.

Differenzierungsanalysen:
Bei Gruppen-Screeningtesten (z.B. Opiate oder Benzodiazepine) wird zusätzlich zur Verifizierung - positiv oder negativ - noch ermittelt, welche Substanz(en) ggf. vorhanden sind. Nur so kann z.B. ein Heroin- von einem Hustensaft-Konsum (Codein) und ein illegaler Benzodiazepin-Beikonsum vom verordneten Benzodiazepin-Medikament unterschieden werden.

Multi-Targetscreening-Analysen z.B. im Speichel: Anders als bei Urin oder Serum sind immunologische Teste bislang nicht geeignet, denn die Konzentrationen der meisten interessierenden Substanzen sind in Speichel sehr gering. Daher verwenden wir ein Multi-Target-Screening mittels LC-MS/MS (Drogenschnellteste bzw. "Streifenteste" sind aufgrund ihrer höheren Cutoffs allgemein nicht geeignet).

 

 

Wichtige Information:

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