Gerinnung / Transfusionsmedizin

Thrombozytenfunktion (Aggregation und Sekretion)

Aggregation und Sekretion

Material

15 ml Citrat-Blut

Referenzbereiche

siehe Befund

Klinische Relevanz

Blutungsneigung

Hämatomneigung

intra-, postoperative Blutung

primäre Hämostasestörung (verlängerte Blutungszeit)

Überprüfung der Wirksamkeit von Aggregationshemmern (ASS, Clopidogrel)

Beurteilung der primären Hämostase bei Thrombozytopenie (> 50/nl) oder Thrombozytose (> 500/nl)

angeborene Thrombozytopathie

erworbene Thrombozytopathie durch Medikamente oder Antikörper gegen Thrombozytenmembranrezeptoren

Differenzierung von-Willebrand-Syndrom Typ 2A oder 2B

Anmerkungen

Die angeborenen Thrombozytopathien zeigen typische Aggregations- und/oder Sekretionsmuster:

Glanzmann-Thrombasthenie: Die Aggregation ist mit allen Agonisten nicht auslösbar mit Ausnahme Ristocetin.

Bernard-Soulier-Syndrom: Die Aggregation ist nur mit Ristocetin nicht auslösbar.

"delta storage pool disease": Die ATP-Sekretion ist vermindert, die Aggregation ist pathologisch nach Stimulation mit ADP, Collagen und Adrenalin. In einem Teil der Fälle ist die Sekretion isoliert vermindert.

 

Erworbene Thrombozytopathien haben sehr unterschiedliche Muster und kommen bei vielen Erkrankungen vor, insbesondere myeloproliferativen oder Gefäßerkrankungen sowie bei Nierenfunktionsstörungen. Die größte Gruppe ist durch Medikamente induziert, vor allem ASS, andere NSAD und einige Psychopharmaka. Bei Patienten mit myeloproliferativem Syndrom überwiegt bei Thrombozytenzahlen zwischen 500 - 1000/nl die Thromboseneigung, > 2000/nl überwiegt die Blutungsneigung, bei 1000 - 2000/nl können beide Komplikationen auftreten.

 

Unter Therapie mit ASS findet man eine charakteristische Hemmung der Aggregation, dieser Effekt ist jedoch bei der niedrigen Dosierung (ASS 100 mg/d) variabel, d.h. die Hemmung der Cyclooxygenase erfolgt unter Umständen erst bei einer höheren Dosierung, ebenfalls bei Clopidogrel.arrow_leftright.gif

P: Das Blut muss am Abnahmetag verarbeitet werden. Bei ambulanten Patienten möglichst Vorstellung direkt im Gerinnungslabor nach vorheriger Terminabsprache. Transportiertes Blut nicht kühlen.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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