Medikamente / Drogen

Risperidon

Risperidon, Hydroxy-Risperidon, OH-Risperidon

Material

1 ml Serum/EDTA-Plasma (keine Gelmonovette)

Referenzbereiche

nach oraler Gabe von Risperidon
Risperidon: 2 - 10 µg/l
9-Hydroxyrisperidon (wirksamer Metabolit): 20 - 55 µg/l
Summe Risperidon + 9-Hydroxyrisperidon: 20 - 60 µg/l (Toxisch: > 120 µg/l )

nach Gabe des Depot-Präparates "Risperidal Consta®"

25 od. 50 mg 14-tägig i.m.
Summe Risperidon + 9-Hydroxyrisperidon: 10 - 45 µg/l

nach oraler Gabe von Paliperidon
Paliperidon (9-Hydroxyrisperidon): 20 - 60 µg/l
Toxisch: > 120 µg/l

Verfahren

LC-MS/MS

Klinische Relevanz

Neuroleptikum (Benzisoxazol-Derivat),

Medikamentenspiegel (TDM), insb. hinsichtlich

mangelnder Wirksamkeit, toxischer Wirkung, Therapieumstellung, Missbrauchsverdacht, Patientencompliance

Anmerkungen

Paliperidon ist eine Gabeform, die 9-Hydroxy-Risperidon enthält. Im Vergleich zur Gabeform Risperidon kann durch Paliperidon die Bioverfügbarkeit verbessert werden.
Risperidal Consta® ist als Retard-Präparat mit geringeren Schwankungen zwischen Höchst- und Mindestplasmakonzentrationen verbunden.

Halbwertszeit: Risperidon: 3 Std., 9-Hydroxyrisperidon: 24 Std. (ältere Patienten 34 Std.)

Risperidon wird vorwiegend in der Leber über CYP 2D6 zu 9-Hydroxyrisperidon metabolisiert. Das CYP 2D6 weist einen genetischen Polymorphismus auf. Schnelle Metabolisierer haben deshalb tiefere Risperidon- und höhere 9-Hydroxyrisperidon-Konzentrationen im Plasma als langsame Metabolisierer. Da Risperidon und 9-Hydroxyrisperidon etwa die gleiche antipsychotische Aktivität besitzen, ist die Summe ihrer Konzentrationen maßgebend. Aus diesem Grunde wurden bei langsamen und schnellen Metabolisierern keine klinisch relevanten Unterschiede beobachtet.

P: Talspiegel im Steady State (siehe TDM)

Screening-Messungen der Medikamentenklasse auch im Urin und Speichel möglich.

Anforderungsscheine

Stand: 01.11.2018

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