Humangenetik

Noonan-Syndrom

PTPN11, SOS1, RAF1, KRAS, RIT1, NRAS, MAP2K1, BRAF

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

176876, 164760, 190070, 182530, 164790, 176872, 164757, 609591

Verfahren

1. Stufe: Sequenzierung des PTPN11-Gens (Mutationsnachweis in ca. 50% der Noonan-Fälle)

2. Stufe: Sequenzierung der Gene RAF1 (ca. 3,5 - 17% der Noonan-Fälle), SOS1 (ca. 10% der Noonan-Fälle), KRAS (<5% der Noonan-Fälle), RIT1 und BRAF

3. Stufe auf gesonderte Anforderung: Sequenzierung der sehr selten mit einem Noonan-Syndrom assoziierten Gene NRAS und MAP2K1

Klinische Relevanz

V. a. Noonan-Syndrom bei Patienten mit u. a. Kleinwuchs, Herzfehler und / oder fazialen Auffälligkeiten

Anmerkungen

Das Noonan-Syndrom ist ein genetisch bedingtes Fehlbildungssyndrom mit einer sehr variablen Symptomatik. Häufig finden sich beim Noonan-Syndrom ein Kleinwuchs, charakteristische faziale Auffälligkeiten (Ptosis, Hypertelorismus, nach lateral abfallende Lidachsen und tief sitzende, nach hinten rotierte Ohren), ein Pterygium colli mit Zustand nach Nackenhygrom in der Fetalzeit und Herzfehler (insbesondere Pulmonalstenose). Einge Kinder mit Noonan-Syndrom weisen Nierenfehlbildungen, Seh-, Hör- und Gerinnungsstörungen auf. Bei Jungen ist ein Kryptorchismus häufig. Etwa 20% der Kinder mit Noonan-Syndrom zeigen eine meist milde kongnitive Entwicklungsverzögerung. Einige Patienten entwickeln im Verlauf eine Kardiomyopathie.

 

Ursächlich für das Noonan-Syndrom sind meist aktivierende Mutationen in Genen des RAS-MAPKinase-Signalweges. In etwa der Hälfte der Fälle finden sich Mutationen im PTPN11-Gen (Noonan-Syndrom Typ 1). Etwas seltener sind Mutationen in den Genen SOS1, RAF1 und KRAS (Typen 4, 5 und 3). Recht selten (jeweils etwa unter 2%) finden sich Mutationen in den Genen RIT1, NRAS, MAP2K1 und BRAF. Hier ist eine genetische Untersuchung vor allem bei sehr dringendem Verdacht auf eine Erkrankung des Noonan-Spektrums indiziert. Das Noonan-Syndrom wird autosomal dominant vererbt. In etwa der Hälfte der Fälle ist ein Elternteil ebenfalls Mutationsträger und oft milde betroffen. Die Häufigkeit des Noonan-Syndroms wird mit etwa 1 : 1500 angegeben.

 

Das Noonan-Syndrom gehört zusammen mit dem LEOPARD-Syndrom, dem CFC-Syndrom und dem Costello-Syndrom zu den Neuro-Kardio-Fazio-Kutanen-Syndromen bzw. RASospathien. Die ursächliche in Frage kommenden Gene sind zum Teil überlappend. Insbesondere bei schwereren Krankheitsbildern kann als Differentialdiagnose an ein CFC-Syndrom gedacht werden.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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