Medikamente / Drogen

Phosphatidylethanol (PEth)

PETH

Material

Kapillarblut:

Dried Blood Spot (DBS) z.B. Capitainer qDBS

Dried Blood Drop (DBD)

Alternativen?:

EDTA-Vollblut ist ungeeignet, da in vitro Bildung von PETH möglich

Referenzbereiche

< 0.050 µMol/l:

Alkoholabstinenz bzw. sporadischer Konsum

0.050 - 0.300 µMol/l:

gelegentlicher, mäßiger

Alkoholkonsum ("social drinking")

> 0.300 µMol/l:

regel- bzw. gewohnheitsmäßiger

Alkoholkonsum ("riskful drinking")

Verfahren

LC-MS/MS

Sonstiges

Fremdlaborleistung

Klinische Relevanz

Alkoholkonsum

Alkoholabusus

Alkoholabstinenzüberprüfung

Anmerkungen

Phosphatidylethanol (PEth) steht für eine Gruppe von Phospholipid-Homologen. Phosphatidylethanol wird in den Zellmembranen des menschlichen Körpers aus Phosphatidylcholin gebildet, wenn Alkohol (Ethanol) vorhanden ist. Ethanol wirkt dabei als ein Co-Substrat in der Transphosphatidylierungs-Reaktion, die durch das Enzym Phospholipase D katalysiert wird.

PEth wird ausschließlich dann gebildet, wenn Ethanol vorhanden ist. Die Bildung geschieht sehr schnell. Die Abbaurate von PEth ist sehr langsam (Halbwertszeit im Blut ca. 4 Tage).

Bei Alkoholabhängigen ist PEth noch bis zu 3 Wochen nach Beginn eines Entzugs nachweisbar. Die PEth-Konzentration korreliert bei Alkoholabhängigen sehr gut mit der Menge des getrunkenen Alkohols.

Die Empfindlichkeit und die Spezifität von PEth sind signifikant besser als bei anderen Alkoholmarkern wie z.B. Gamma-GT und CDT.

P: Kapillarblutentnahme: Blut ab zweitem Blutstropfen verwenden (sonst Verdünnung durch Gewebsflüssigkeit)

Details siehe Anleitung auf Labor-Homepage (unter Download > Präanalytik)

EDTA-Vollblut ist ungeeignet, da in vitro Bildung von PETH aus Ethanol möglich (auch die zusätzliche Ethanol-Bestimmung im Blut kann dies nicht voll kompensieren)

Stand: 11.12.2020

Wichtige Information:
Die Inhalte des Analysen-Spektrums sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen stellen in keiner Weise Ersatz für professionelle Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Die Inhalte des Analysen-Spektrums dürfen und können nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden. Das Labor Lademannbogen fordert alle Benutzer mit Gesundheitsproblemen dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Arzt aufzusuchen.