Medikamente / Drogen

Mycophenolsäure

Mycophenolat, MMF, MPN

Material

1 ml Serum/EDTA-Plasma (keine Gelmonovette)

Referenzbereiche

(Bestimmungsmethode: LC-MS/MS)

 

Talspiegel:

Organ-Transplantation Tx:

Herz: 2,5 - 4,5 mg/l

Niere: 1,0 - 3,5 mg/l

Leber: 1,0 - 3,5 mg/l

 

AUC:

Organ-Transplantation Tx:

AUC (0-12h): > 20 mg×h/l, optimal 40 - 60 mg×h/l

 

optional:

Bestimmung des Mycophenolsäure-Glukuronides

(quantitativ, Messung auf Anfrage)

Verfahren

LC-MS/MS

Klinische Relevanz

Immunsuppressivum

Medikamentenspiegel (TDM)

insbes. obligatorische Kontrolle

mangelnde Wirksamkeit

Nebenwirkungen/Toxizität

Anmerkungen

Die Präparate CellCept® bzw. Myfortic® enthalten verschiedene Prodrugs, die im Körper rasch in den Wirkstoff MPS umgewandelt werden: CellCept enthält Mycophenolat-Mofetil (MMF), den 2-Morpholinoethylester der Mycophenolsäure (MPS bzw. englisch: MPA). Myfortic enthält Mycophenolat-Natrium (MPN).

 

Aufgrund sehr großer Inter- und Intrapatient-Variabilität (10 bis 12-fach) ist ein regelmäßiges Monitoring der wirksamen MPS-Spiegel notwendig. Meist wird dazu der Talspiegel bestimmt. Eine bessere Patientenführung wird erreicht, wenn die Gesamtexposition über die Zeit (= AUC „area under curve“) im therapeutischen Bereich ist. Dazu ist zumindest eine verkürzte AUC durchzuführen, z.B. mit 4-Punkt-Abnahme (0, 0:45, 2, 8 Std.).

 

Kritische Nebenwirkungen: Wirkt stark teratogen (Fehlgeburten und kongenitale Missbildungen) und soll daher bei Frauen im gebährfähigen Alter und bei Schwangeren nicht angewendet werden. Bei Patienten, die eine Erythroblastopenie (PRCA) entwickeln, sollte eine Dosisreduktion oder ein Absetzen von Mycophenolsäure in Betracht gezogen werden. Einige wenige Medikamente beeinflussen die Konzentration von MPS, u.a. Cyclosporin A, Cholestyramin, Metronidazol, einige Antazida und Acyclovir.

P: Talspiegel initial und im Steady State (siehe TDM)

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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