Medikamente / Drogen

IV-Konsum-Marker (Disaccharide) im Urin

Material

2 ml Urin

Referenzbereiche

siehe Befundbericht

Klinische Relevanz

Der intravenöse Konsum (IV-Konsum) insbesondere von Methadon und Buprenorphin ist ein relevanter Risikofaktor bei der Substitutionstherapie Opiatabhängiger: Ein intravenöser Methadon-/Buprenorphin-Konsum kann -anders als z.B. ein Heroin-Konsum- im Drogenscreening nicht vom verabreichten Medikament unterschieden werden. Zugleich wurde ein intravenöser Methadon-/Buprenorphin- Konsum gehäuft bei Intoxikationen und Todesfällen nachgewiesen.

 

Siehe auch Online-Spektrum, Anhangkapitel Substitutionstherapie: Therapiemonitoring & Beikonsum.

Anmerkungen

Zerkleinerte Methadon- bzw. Buprenorphin-Tabletten oder -Lösungen können IV injiziert werden. Da diese Tabletten bzw. Lösungen große Anteile von Saccharose bzw. Lactose enthalten, werden diese Zucker (Disaccharide) mit injiziert. Anders als bei Aufnahme mit der Nahrung gelangen die Disaccharide ins Blut und werden dann mit dem Urin ausgeschieden. Im Urin ist ein solcher Konsum länger nachweisbar als im Blut.

 

Erhöhte Konzentrationen dieser Disaccharide im Urin kommen normalerweise nicht vor und sind daher ein Hinweis auf intravenösen Konsum (IV-Konsum) zuckerhaltiger Lösungen oder gelöster Tabletten wie z.B. Methadon- oder Buprenorphin-Präparate, sofern zugleich Methadon oder Buprenorphin nachgewiesen wurde. Nachweis von i.v.-Sub stitol und i.v.-Pola midon leider nicht möglich, da diese Präparate keine Disaccharide enthalten.

 

Daher bieten wir als Ergänzung zum Drogenscreening im Urin die Bestimmung des IV-Konsum-Markers als optionale Serviceleistung an. Zur Anforderung bitte den Code "DROGUME" bei Methadontherapie bzw. "DROGUBU" bei Buprenorphin-Therapie verwenden.

        

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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