Medikamente / Drogen

Ethylglukuronid (Drogenanalytik)

EtG, Alkoholkonsum-Marker

Material

2 ml Serum/Plasma

1 ml Urin

(500 mg Haar)

Referenzbereiche

Serum:

negativ (Bestimmungsgrenze 50 µg/l)

 

Urin:

negativ (Bestimmungsgrenze 100 µg/l)

EtG-Screening: Cutoff 500 µg/l

 

Haar:

bei Alkoholabstinenz / Kinder: negativ (< 7 pg/mg)

bei "normalem" / "sozialem" Alkoholkonsum: < 30 pg/mg

bei "starkem" Alkoholkonsum (> ca. 30 g Alkohol/Tag): > 30 pg/mg

Verfahren

LC-MS/MS

Sonstiges

Haaranalytik: Fremdlaborleistung

Klinische Relevanz

Alkoholkonsum/abusus

Drogenkonsum/Drogenmissbrauch

arrow_up.gif bei Alkoholkonsum (Blut, Urin)

arrow_up.gif bei Alkoholkonsum/abusus (Haar)

 

Ein alleiniger EtG-Nachweis im Haar ist kein Nachweis einer Alkoholabhängigkeit.

 

Siehe auch Drogentests & Drogenanalytik im Urin, Drogentests & Drogenanalytik im Speichel sowie allgemeine Hinweise im Online-Spektrum, Anhangkapitel Drogentests & Drogenanalytik (Übersicht).

Anmerkungen

Ethylglukuronid (EtG) ist ein nicht flüchtiger, primärer und spezifischer Metabolit des Ethanol. Die längste Nachweisdauer beträgt im Serum 2 Tage, im Urin ca. 3(-4) Tage. EtG im Serum bzw. im Urin schließt die diagnostische Lücke zwischen der direkten Ethanolbestimmung (nachweisbar nur wenige Stunden) und dem Marker des chronischen Alkoholabusus, CDT. Ein positiver EtG-Befund kann durch die Bestimmung von Ethylsulfat (EtS) verifiziert werden, im Haar ist auch die ergänzende Bestimmung von Fettsäurethylestern (FSEE) möglich (bei Bedarf bitte separat anfordern).

 

Die Bestimmung von EtG eignet sich insbesondere zum Nachweis bzw. zur Überprüfung einer Alkohol-Abstinenz. Wenn keine Abstinenz gefordert ist, z.B. bei Verdacht auf chronischen Alkoholabusus oder bei betriebsmedizinischen Fragestellungen, ist EtG, insbesondere EtG im Haar, nur ergänzend geeignet.

 

Differentialdiagnostik:

Bei Verdacht auf chronischen Alkohol-Abusus sind Phosphatidylethanol (PEth) und Ethylglukuronid im Serum geeignete Marker. CDT wird nur noch als Verlaufskontrolle bei Patienten empfohlen, die unter Alkoholabusus eine erhöhten CDT-Wert entwickelt haben. Als Screeningparameter ist CDT wenig geeignet, da nur 60-80% der Bevölkerung unter chronischem Alkoholabusus einen erhöhten CDT-Wert entwickeln und zugleich auch falsch positive CDT-Ergebnisse möglich sind.

        

P: Urin: Probe stets gekühlt oder gefroren lagern. Bei Lagerung > 12 Stunden wird eine Lagerung bei -20°C zu empfohlen.

Urin/Serum/Plasma: Transport bei Raumtemperatur möglich, Kühlung empfohlen.

Haar: Lagerung und Transport stets bei Raumtemperatur.

Anforderungsscheine

Stand: 08.09.2021

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