Medikamente / Drogen

Codein

Material

2 ml Serum (keine Gelmonovette)

Urin/Speichel: siehe Opiate (Drogenanalytik)

Referenzbereiche

Serum:

30 - 200 µg/l

Toxisch: > 500 µg/l

Urin/Speichel:

siehe Opiate (Drogenanalytik)

Verfahren

GC-MS, LC-MS/MS

Sonstiges

z.T. Fremdlaborleistung

Klinische Relevanz

Opiat

Analgetikum bzw. Anästhetikum

(selten auch als Substitutionstherapeutikum)

Medikamentenspiegel (TDM)

insb. hinsichtlich mangelnder Wirksamkeit

toxischer Wirkung

Therapieumstellung

Missbrauchsverdacht

Patientencompliance

Anmerkungen

Halbwertszeit: 3 Std., Verwendung auch als Medikament.

Etwa 10% einer Codeindosis werden in der Leber zu Morphin umgewandelt.

 

In der Drogenanalytik hat Codein auch Bedeutung als Metabolit von Acetylcodein, einer bedeutsamen Verunreinigung von "Straßenheroin"; Daher erlaubt der Nachweis von Morphin und/oder Codein keine Unterscheidung zwischen einer Codein-, Morphin- oder Heroin-Einnahme. Beweisend für eine Heroin- (bzw. Diamorphin-)Einnahme ist ausschließlich der Nachweis von 6-Monoacetylmorphin (6-MAM).

 

Zum Codein-Nachweis in Urin, Speichel und Haar siehe unter Opiate (Drogenanalytik).

 

Pharmakogenetik: CYP2D6: Die Metabolisierung von Codein zu Morphin erfolgt über das CYP2D6. Aufgrund genetischer Polymorphismen besitzen einigen Menschen eine besonders hohe Enzymaktivität („Ultra-rapid“-Metabolisierer). Bei diesen Menschen wird Codein sehr schnell zu Morphin umgewandelt und es werden sehr hohe Morphin-Spiegel erreicht. Als Folge können lebensgefährliche Nebenwirkungen, insbesondere Atemdepressionen auftreten. Siehe Pharmakogenetische Sonderuntersuchungen.

  

P: Talspiegel im Steady State (siehe TDM)

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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