Medikamente / Drogen

CDT

Carbohydrate Deficient Transferrin, Alkoholabusus-Marker

Material

1 ml Serum

Referenzbereiche

< = 1,7 %: normal, kein Hinweis auf chronischen Alkoholismus

1,7 bis 2,0 %: Graubereich

> 2 bis < 3,6 %: leicht erhöht, Verdacht auf chronischen Alkoholismus.

> = 3,6 %: erhöht, dringender Verdacht auf chronischen Alkoholismus

Verfahren

HPLC

Sonstiges

Fremdlaborleistung

Klinische Relevanz

arrow_up.gif chronischer Alkoholabusus / kritischer Alkoholkonsum

Kontrolle einer Alkoholentzugstherapie

aber:

Deutlich bessere Sensitivität hat der neuere Biomarker Phosphatidylethanol (PEth).

Anmerkungen

Alternative Biomarker:

CDT hat eine diagnostische Sensitivität von 60-80%. Die zusätzliche Bestimmung von Gamma-GT erhöht die Sensitivität etwas. Eine deutlich bessere Sensitivität von > 95% hat der neuere Biomarker Phosphatidylethanol (PEth).

 

Wenn eine rückwirkende Aussage über 1-3 Monate in der Vergangenheit gewünscht wird, ist das mit Ethylglukuronid (EtG) im Haar möglich. Mittels EtG im Haar oder Urin kann ggf. auch ein Abstinenzbeweis erbracht werden, siehe Ethylglukuronid (Drogenanalytik).

 

CDT:

Chronischer Alkoholkonsum führt u.a. zu einer Störung der Glykosylierung des Transferrins (Tf). Ein täglicher Konsum von > 60/30 g Ethanol bei Männern/Frauen über 1-2 Wochen führt zu einer Erhöhung der Serumkonzentration des CDT. Bei Alkoholabstinenz normalisieren sich die Werte mit einer mittleren Halbwertszeit von 14 Tagen (zeitliche Aussagekraft: 2-3 Wochen). Wenn ein Patient bei Alkoholabusus einen deutlich erhöhten CDT-Wert gezeigt hat, dann ist CDT ein sehr guter Parameter zur Verlaufskontrolle.

 

Durch die Bestimmung mit HPLC werden genetische Tf-Varianten, die bei immunologischen CDT-Bestimmungsmethoden zu falsch erhöhten bzw. erniedrigten Befunden führen können, erkannt.

 

Andere Ursachen für eine CDT-Erhöhung sind isolierte Fälle von Leberinsuffizienz - wie primär biliäre Zirrhose, chronisch aktive Hepatitis, Medikamenten-induzierte Hepatopathie -, ein Leberzellkarzinom, sowie angeborene Störungen des Glykoprotein-Stoffwechsels (siehe CDG-Syndrom).

Anforderungsscheine

Stand: 25.08.2021

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