Humangenetik

Leigh-Syndrom und NARP

SURF1, MT-ATP6

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

185620, 551500

Verfahren

Nachweis von Mutationen im SURF1-Gen durch PCR und Sequenzierung

Nachweis der mitochondrialen Mutationen m.8993T>G und m.8993T>C im MT-ATP6-Gen

Klinische Relevanz

V. a. Leigh-Syndrom oder NARP (Neuropathie, Ataxie und Retinitis pigmentosa)

Anmerkungen

Beim Leigh-Syndrom handelt es sich um eine erbliche, polygenetische, mitochondrial bedingte Enzephalopathie, die sich größtenteils bereits vor dem 2. Lebensjahr manifestiert und eine der häufigsten kindlichen mitochondrialen Erkrankungen ist. Es handelt sich dabei um eine subakute nekrotisierende Enzephalomyopathie mit motorischer und geistiger Entwicklungsverzögerung, hypotoner Myopathie, Anorexie, Erbrechen, Hirnstammzeichen, epileptischen Anfällen, respiratorischer Insuffizienz und vielen weiteren fakultativen Symptomen (z. B. Ataxie, Muskelhypotonie, Krampfanfälle, Pyramidenbahnzeichen, Bewegungsstörung, Erbrechen, Atemlähmung, Schluckstörung). In etwa 70% ist das Leigh-Syndrom mit primären Atmungskettendefekten (Mangel von Cytochrom-C-Oxidase) assoziiert, weitere 15 - 20% mit einem Pyruvatdehydrogenasemangel. Das klinische und genetische Spektrum ist sehr breit. Verschiedene genetisch bedingte metabolische Defekte können ein Leigh-Syndrom verursachen. Gemäß betroffener Genloci unterscheidet man autosomal rezessiv, X-chromosomal und mitochondrial bedingte Krankheitsformen. Im Blut befindet sich eine erhöhte Laktat- und Pyruvatkonzentration.

 

Bei einem Teil der Patienten lassen sich Mutationen im SURF1-Gen nachweisen. Der Erbgang ist in der Mehrzahl der Fälle autosomal rezessiv. Das SURF1-Gen kodiert ein Protein, welches in der inneren Mitochondrienmembran lokalisiert ist und wahrscheinlich an der Biogenese des Cytochrom-C-Oxidase Komplexes beteiligt ist.

 

In etwa 18% der Fälle eines Leigh- oder Leigh-like-Syndroms (Rahman et al., Ann Neurol 1996, 39: 341-351 und Dahl, Am J Human Genet 1998, 63: 1594-1597) liegen Mutationen im mitochondrialen Genom vor. Die am häufigsten identifizierten mitochondrialen Mutationen sind hierbei die Punktmutationen m.8993T>G und m.8993T>C im MT-ATP6-Gen, das für eine Untereinheit der ATP-Synthase kodiert. In der Regel besteht hier eine Heteroplasmie, es tragen also nicht alle Mitochondrien die Mutation. Sind über 90% der Mitochondrien betroffen, folgt in der Regel das klinische Bild des Leigh-Syndroms. Sind zwischen 70 und 90% der Mitochondrien betroffen, kommt es oft zu dem etwas milderen NARP (Neuropathie, Ataxie und Retinitits pigmentosa).

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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