Humangenetik

Juvenile Polyposis

SMAD4, BMPR1A

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

600993, 601299

Verfahren

Nachweis von Mutationen im SMAD4-Gen durch PCR, Sequenzierung, MLPA

Nachweis von Mutationen im BMPR1A-Gen durch PCR, Sequenzierung, MLPA

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei Vorliegen von mindestens fünf juvenilen Polypen, bei Blutungen im Verdauungstrakt (insbesondere rektal) unklarer Ätiologie bei Kindern / Jugendlichen, bei Anämie und Hypoproteinämie sowie eine damit verbundene Entwicklungsverzögerung, bei Invagination der Mastdarmwand (Anal- und Rektumprolaps), bei Diarrhö oder Obstipation, häufig auch im Wechsel und bei Unterleibsschmerzen, Koliken

Anmerkungen

Die juvenile Polyposis (JPS, auch juvenile Polyposis Syndrom oder familiäre juvenile Polyposis) gehört neben dem Peutz-Jeghers-Syndrom und dem Cowden-Syndrom (siehe auch Peutz-Jeghers-Syndrom (Polyposis intestinalis II) und Cowden-Syndrom) zur Gruppe der hamartomatösen Polyposis-Syndrome. Klinisch imponieren eine chronische gastrointestinale Blutung mit Anämie und Hypoproteinämie sowie eine damit verbundene Entwicklungsverzögerung der Kinder. Die Diagnose eines JPS ist wahrscheinlich, wenn mindestens 5 juvenile Polypen im Kolon oder Rektum vorliegen, Polypen im gesamten Gastrointestinaltrakt verteilt oder wenn bei Anwesenheit von mindestens einem typischen Polypen noch weitere Familienmitglieder mit JPS bekannt sind. Am häufigsten treten die Symptome im Kolorektum auf. Seltener sind Magen, Duodenum oder Ileum betroffen. Morphologisch zeichnen sich die Polypen durch ein gestieltes, rundes und glattes Erscheinungsbild aus. Häufig tragen sie auch entzündliches Infiltrat in sich. Grundsätzlich haben die Polypen kein malignes Potenzial und sind gutartige Wucherungen der Darmschleimwand. In 9 - 50% der Fälle, bei denen JPS diagnostiziert wurde, kann es jedoch zur adenomatösen Transformation der Polypen kommen und in ein Adenomkarzinom übergehen.

 

Bei etwa 50% der sicher betroffenen JPS-Patienten konnte die Krankheitsursache auf eine genetische Veränderung von SMAD4 und / oder BMPR1A zurückgeführt werden. In beiden Genen werden etwa 95% der beschriebenen Mutationen durch die o. g. Untersuchung erfasst. Der Erbgang ist bei beiden Genen autosomal dominant. Die Neumutationrate ist relativ hoch. Die Penetranz ist altersabhängig und in der Regel ab dem 50. Lebensjahr nahezu vollständig.

 

SMAD4 (auch Mothers Against Decapentaplegic Drososphila Homolog, MADH4) ist ein Tumorsuppressorgen, welches im Zytosol tierischer Zellen den TGF (Transforming Growth Factor)-β-Signalweg und den BMP (Bone Morphogenetic Protein)-Signalweg reguliert. Neben der JPS lassen sich Mutationen im SMAD4-Gen u. a. auch bei der hereditären hämorrhagischen Teleangiektasie nachweisen (siehe auch Teleangiektasie, hereditäre hämorrhagische. BMPR1A ("Bone Morphogenetic Protein Receptor Typ1A") kodiert eine Transmembran Serin / Threonin Kinase, die den WNT (Wg Int-1)-Signalweg unterdrückt.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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