Humangenetik

Pyruvatdehydrogenase-Mangel

PDHA1, PDHB, PDHX, DLAT, DLD

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

300502, 179060, 608769, 608770, 246900

Verfahren

1. Stufe: Nachweis von Mutationen im PDHA1-Gen durch PCR, Sequenzierung und MLPA

2. Stufe: Nachweis von Mutationen in den Genen PDHB, PDHX, DLAT und DLD durch PCR und Sequenzierung

Klinische Relevanz

V. a. Pyruvatdehydrogenase-Mangel

Anmerkungen

Der Pyruvatdehydrogenase-Mangel (PDH-Mangel, X-gekoppeltes Leigh-Syndrom) ist eine seltene, genetisch bedingte Störung im Kohlenhydrat-Stoffwechsel und gehört zu den Mitochondriopathien. Der PDH-Mangel ist eine der Hauptursachen für Laktatazidosen bei Kindern und ist charakterisiert durch eine unterschiedlich schwer ausgeprägte Neurodegeneration des Kindesalters.

 

Die mitochondriale Pyruvat-Dehdyrogenase (PDH) metabolisiert Pyruvat zu Acetyl-CoA und ist damit Schlüsselenzym des Energiestoffwechsels. Beim Pyruvatdehydrogenase-Mangel kann Pyruvat nicht oder nicht ausreichend in Acetyl-CoA umgewandelt werden und es kommt zu einer vermehrten Laktat- und Alanin-Bildung mit konsekutiver Hyperlaktatämie und Laktaktazidose. Zusätzlich führt die reduzierte ATP-(Adenosintriphosphat) Bildung zu einer unzureichenden Energieversorgung v. a. von Organen und Geweben mit hohem Energiebedarf (z. B. Muskulatur und des Gehirns). Klinisch imponieren Entwicklungsverzögerung, zentrale Hypotonie, Epilepsie, Ataxie, Apnoen und progrediente Enzephalopathien. Die Therapie ist symptomatisch und basiert v. a. auf einer ketogenen Diät (möglichst radikale Restriktion der Kohlenhydrate) und der Gabe von Thiamin.

 

Der Pyruvatdehydrogenase-Mangel ist in der Mehrzahl der Fälle (~80%) auf Mutationen im PDHA1-Gen zurückzuführen. Der Erbgang ist in der Regel X-chromosomal dominant und die Neumutationsrate ist hoch. In selteneren Fällen lassen sich Mutationen in den Genen PDHB, PDHX, DLAT oder DLD nachweisen. Der Erbgang ist hier jeweils autosomal rezessiv.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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