Humangenetik

Porphyrie, X-chromosomal dominante Protoporphyrie

ALAS2

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

301300

Verfahren

Nachweis von Mutationen im ALAS2-Gen durch PCR, Sequenzierung und MLPA

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei (schwerer) Photodermatose ohne Blasenbildung, erhöhten Leberwerten, mikrozytärer Anämie, erhöhten Protoporphyrinkonzentrationen in Blut, Urin und Stuhl, erhöhter Koproporphyrinkonzentration im Stuhl, Nachweis von fluoreszierenden Erythrozyten

Anmerkungen

X-chromosomal dominante Protoporphyrie (X-linked dominant Protoporphyria (XLDPP bzw. XLP), X-chromosomal vererbte erythropoetische Protoporphyrie (XDEPP)) ist eine hereditäre kutane Porphyrie, die sich in starker Photosensitivität äußert. Die ersten Symptome zeigen sich meist schon im frühen Kindesalter bei erstmaligem Kontakt mit Sonnenlicht. Als Reaktion darauf bilden sich Erytheme und Ödeme - bei dieser Porphyrieform typischerweise ohne Blasenbildung. Im späteren Verlauf der Krankheit wird durch die Akkumulation toxischer Porphyrine bei ca. 1 – 4% der Patienten zusätzlich das Lebergewebe geschädigt, sodass es unter Umständen zu akutem Leberversagen kommen kann und eine Transplantation notwendig wird.

 

Wegweisend für die Diagnose einer XLDPP ist eine erhöhte Protoporphyrinkonzentration (überwiegend Zink-chelatiert) in den Erythrozyten sowie im Blutplasma und ein Fluoreszenzemmissionspeak bei 634 nm. Die Therapie erfolgt symptomatisch hauptsächlich in der Vermeidung jeglicher Lichtexposition (sowohl UV- als auch sichtbaren Lichts). In einem Teil der Fälle ist eine positive Wirkung von ß-Carotin auf die Lichttoleranz beschrieben. Eine weitere Maßnahme zur Unterbindung der kutanen Immunantwort stellt die Gabe von Antihistaminika dar. Da bei dauerhaftem Lichtschutz ein Vitamin D-Mangel auftreten kann, ist evtuell eine Calcium-Ersatztherapie erforderlich.

 

Die XLDPP wird X-chromosomal dominant vererbt. Verursacht wird die Erkrankung durch Mutationen im ALAS2-Gen. Durch „Gain-of-Function“-Mutationen im ALAS2-Gen weist die delta-Aminolävulinat-Synthase 2 (ALAS2) bei XLDPP-Patienten eine abnormal hohe Aktivität auf. Dieses Enzym katalysiert die erste Reaktion der Häm-Biosynthese, die Kondensation von Glycin und Succinyl-CoA zu delta-Aminolavulinat (ALA). Aufgrund der gesteigerten Syntheserate akkumulieren überschüssiges ALA und Protoporphyrine in Blut und Gewebe. Bei Lichtexposition bilden sich zudem reaktive Sauerstoffradikale. Die Genanalyse bestätigt die klinische Diagnose bei den Betroffenen und erlaubt die Identifizierung auch bislang symptomfreier Familienmitglieder.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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