Humangenetik

Hyperlipidämie Typ 1, seltenere Formen

APOC2, APOA5, LMF1, GPIHBP1

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

608083, 606368, 611761, 612757

Verfahren

Nachweis von Mutationen in den Genen APOC2, APOA5, LMF1 und / oder GPIHBP1 durch PCR und anschließende Sequenzierung

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei Patienten mit massiv erhöhten Serumkonzentrationen von Triglyceriden und Hyperchylomikronämie (Hyperlipidämie Typ 1 nach Fredrickson), insbesondere bei unauffälliger LPL-Genanalyse

Anmerkungen

Die häufigste genetische Ursache einer Hyperlipidämie Typ 1 nach Fredrickson ist ein Defekt der Lipoproteinlipase (LPL-Gen). Differentialdiagnostisch kommen jedoch auch Defekte von APOC2, APOA5, LMF1 und GPIHBP1 in Betracht.

 

Apolipoprotein C-II (Apo C-II, ApoC-II, ApoC2) wird in der Leber synthetisiert und ins Plasma sezerniert. ApoC-II ist ein essentieller Kofaktor für die Aktivierung des Enzyms Lipoproteinlipase, welches für die Hydrolyse von Triglyzeriden verantwortlich ist und damit im Stoffwechsel von tryglyzeridreichen Lipoproteinen, inbesondere von Chylomikronen eine zentrale Rolle spielt. Mutationen im ApoC-II-Gen führen zu einer ApoC-II-Defizienz und damit zu einer massiven Vermehrung der Chylomikronen sowie zu extrem erhöhten Serumkonzentrationen von Triyglyzeriden (Hypertriglyzeridämie, Hyperlipidämie Typ I nach Fredrickson) in der Regel zwischen 1000 - 4000 mg/dl. Eine ApoC-II-Defizienz äußert sich klinisch meist in rezidivierenden Pankreatitiden (Pankreatitis), eruptiven Xanthomen und Hepatomegalie, ist aber nicht mit einem erhöhten Koronarrisiko assoziiert.

 

In einigen Familien, bei denen keine Mutation in den Genen LPL und APOC2 gefunden wurden, konnten Mutationen im APOA5-Gen nachgewiesen werden. Das APOA5-Gen liegt in der Nähe des APOE/APOC1/APOC2-Gencluster, der ebenfalls an der Regulation der Triglyzeridspiegel beteiligt ist.

 

Patienten mit LMF1-Genmutation zeigen eine starkt erniedrigte LPL-Aktivität. Die LMF1-assoziierte Hypertriglyceridämie wie auch die GPIHBP1-assoziierte und die übrigen oben besprochenen Formen folgen einem autosomal rezessiven Erbgang.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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