Humangenetik

HDL-Mangel, familiärer

LCAT, APOA1, ABCA1

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

606967, 600046, 107680

Verfahren

Nachweis von Mutationen im LCAT-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung

Nachweis von Mutationen im APOA1-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung

Nachweis von Mutationen im ABCA1-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei Patienten mit HDL-Cholesterin <10 mg/dl, mit HDL-Cholesterin <10 mg/dl und Apo A-I <20 mg/dlm, mit LCAT-Defizienz, mit Fish Eye Disease, mit Tangier Erkrankung.

Anmerkungen

Familiärer HDL-Mangel oder Hypoalphalipoproteinämie (HDL-Cholesterin <10 mg/dl) führt zum Auftreten von HDL-Vorstufen im Plasma und zu Lipidablagerungen in parenchymatösen Organen und der Cornea. In der Mehrzahl der Fälle wird ein hereditärer HDL-Mangel durch Mutationen in drei verschiedenen Gene verursacht:

 

1. Lecithin-Cholesterin Acyltransferase (LCAT-Gen)

LCAT ist ein Glykoprotein und katalysiert die Veresterung von freiem Cholesterin im Plasma. Mutationen im LCAT-Gen führen zu LCAT-Defizienz oder Fish Eye Disease. Der klassische LCAT-Mangel ist assoziiert mit Hornhauttrübung, einer milden Hypertriglyceridämie sowie einer Glomerulosklerose (Niereninsuffizienz möglich). Demgegenüber ist Fish Eye Disease nicht mit Glomerulosklerose assoziiert. Beide Erkrankungen gehen nicht mit einem erhöhten Koronarrisko einher.

 

2. Apolipoprotein A-I (APOA1-Gen)

Apolipoprotein A-I (Apo A-I) ist am Katabolismus von HDL-Partikeln beteiligt. Mutationen im APOA1-Gen führen zu einer Apo A-I-Defizienz, die mit niedrigem HDL-Cholesterin (<10 mg/dl) und Apo A-I (<20 mg/dl) einhergeht und mit einem erhöhten Koronarrisko assoziiert ist. Ausnahme stellt die Variante Apo A-I-Milano dar, die nach der Literatur trotz leicht erniedrigtem HDL-Cholesterin und Apo A-I im Serum durch beschleunigten HDL-Metabolismus sogar mit einer höheren Lebenserwartung einhergeht.

 

3. ATP-Binding Cassette Transporter 1 (ABCA1-Gen)

ATP-Binding Cassette Transporter 1 (ABCA1) ist ein Membranprotein, das mitverantwortlich ist für den Cholesterin- und Phospholipid-Efflux aus der Zelle. Heterozygote Mutationen im ABCA1-Gen führen zu einem HDL-Mangel, homozygote Anlageträger erkranken an der seltenen, autosomal rezessiv vererbten Tangier Erkrankung, die durch ein Fehlen von HDL-Cholesterin im Plasma und Lipidablagerungen in verschiedenen parenchymatösen Organen charakterisiert ist. Typische Symptome der Tangier Erkrankung sind orangefarbene Tonsillen, Splenomegalie und rezidivierende Neuropathien.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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