Humangenetik

Erythrozytose, familiäre sekundäre

EPAS1, EGLN1, VHL

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

603349, 606425

Verfahren

Nachweis von Mutationen in den Genen EPAS1, EGLN1 und VHL durch PCR und anschließende Sequenzierung.

Klinische Relevanz

V.a. sekundäre Erythozytose mit Störung des Oxygen-sensing-Pathways.

Anmerkungen

Eine Erythrozytose bzw. Polyglobulie kann primär oder sekundär auftreten und angeboren oder erworben sein. Zu den angeborenen sekundären Formen der Erythrozytose gehören unter anderem die genetischen Defekte im Oxygen-sensing-Pathway, der die Produktion von Erythropoetin steuert. Betroffen können hier die Gene EPAS1 (synonym HIF2-alpha), EGLN1 (synonym PHD2) und VHL sein. Die Patienten zeigen neben der Erythrozytose mit erhöhtem Hämoglobin bzw. Hämatokrit oft ein erhöhtes, z.T. aber auch erniedrigtes oder normales Erythropoetin. Der Erbgang ist meist autosomal-dominant.

Weitere Formen der genetisch bedingten sekundären Erythrozytose stellen bestimmte Varianten der Hämoblobin-Gene dar, die zu einer hohen Sauerstoffaffinität des Hämoglobins führen (Gene HBA1, HBA2, HBB). Darüber hinaus sind auch Defekte der Bisphospoglycerat-Mutase beschrieben (BPGM-Gen). Von den sekundären Formen der Erythrozytose müssen die primären Formen abgegrenzt werden. Als kongenitale Form ist hier der EPO-Rezeptordefekt relevant (EPOR-Gen), der mit einem erniedrigten Erythropoetin einher geht. Die wichtigste erworbene primäre Form ist die Polycythämia vera, die fast immer mit der JAK2-Mutation V617F assoziiert ist.

Anforderungsscheine

Stand: 01.08.2019

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