Humangenetik

Depletionssyndrom, mitochondriales (MDS)

POLG1, DGUOK, TK2, TYMP, MPV17, SUCLA2, SUCLG1, RRM2B, C10orf2

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

188250,611224, 601465, 137960, 604712, 603921,131222,174763, 606075

Verfahren

Nachweis von Mutationen im POLG1-, DGUOK-, TK2-, TYMP-, MPV17-, SUCLA2-, SUCLG1-, RRM2B- und C10orf2-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung, Deletions- / Duplikationsanalyse mittels MLPA

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei Kindern mit Schwäche, Muskelhypotonie und Entwicklungsverzögerung sowie erhöhtem Laktatspiegel und ggf. erhöhter Kreatinkinase im Serum

Anmerkungen

Das mitochondriale DNA (mtDNA) Depletionssyndrom (MDS) ist eine autosomal rezessive Erkrankung, die charakterisiert ist durch eine Reduktion des Gehalts an mtDNA in den Zellen. Das MDS ist eine klinisch heterogene Gruppe von Erkrankungen, die verursacht werden durch molekulare Defekte in kernkodierten Genen, die an der Biosynthese der mtDNA und der Aufrechterhaltung des Deoxyribonukleotid-Pools beteiligt sind.

 

Das MDS ist möglicherweise eine relativ häufige neuropädiatrische Krankheit, denn in einer Mitteilung hatten 11% der Kinder unter 2 Jahren, die wegen Schwäche, Muskelhypotonie und Entwicklungsverzögerung überwiesen wurden, einen Verlust von mtDNA. Das MDS ist phänotypisch heterogen und tritt als hepato-zerebrale Form, als myopathische Form, als benigne myopathische Form 'mit späterem Beginn' oder als kardiomyopathische Form auf. Die Patienten fallen in der frühen Kindheit mit Muskelhypotonie, Laktatazidose und erhöhter Serum-Kreatinkinase (CK) auf. Einige haben auch eine schwere, oft letale Hepatopathie oder eine renale Störung ähnlich dem deToni-Debré-Fanconi-Syndrom (siehe: www.Orphanet.de).

 

In der Literatur sind Mutationen in mindestens 9 Genen beschrieben, die ein MDS verursachen können. POLG, polymerase gamma1; DGUOK, deoxyguanosine kinase; TK2, thymidine kinase, mitochondrial; TYMP, thymidine phosphorylase; MPV17, MpV17 mitochondrial inner membrane protein; SUCLA2, succinate-CoA ligase, ADP-forming, betasubunit; SUCLG1, succinate-CoA ligase, alpha sub unit; RRM2B, ribonucleotide reductase M2 B (TP53 inducible); C10orf2, chromosome 10 open reading frame 2 (TWINKLE)). Die klinische Präsentation ist abhängig vom involvierten Gen und kann gewebespezifisch oder multisystemisch sein.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

Wichtige Information:
Die Inhalte des Analysen-Spektrums sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen stellen in keiner Weise Ersatz für professionelle Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Die Inhalte des Analysen-Spektrums dürfen und können nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden. Das Labor Lademannbogen fordert alle Benutzer mit Gesundheitsproblemen dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Arzt aufzusuchen.