Humangenetik

CYP2D6 Pharmakogenetik

Antidepressiva, Antipsychotika, Beta-Blocker, Antiarrythmika

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

124030

Verfahren

Genotypisierung des CYP2D6-Gens mittels Sequenzierung und MLPA hinsichtlich der Defektallele CYP2D6*3 bis *10, *14, *17 und *41 sowie einer CYP2D6-Duplikation.

Klinische Relevanz

Genotypisierung CYP2D6 bei starken Nebenwirkungen oder mangelnder Wirksamkeit von hauptsächlich über CYP2D6 metabolisierte Pharmaka (s.unten).

Anmerkungen

In der Arzneimitteltherapie fallen immer wieder Patienten auf, bei denen es unter Standarddosierung zu ungewöhnlich schweren Nebenwirkungen kommt oder bei denen ein in der Regel potentes Medikament nicht ausreichend wirkt. Der Menschen verfügt über zahlreiche Enzyme, die beim Metabolismus von Medikamenten eine Rolle spielen. Eine mögliche Ursache toxischer Arzneimittelnebenwirkungen oder einer mangelnden Wirksamkeit kann ein genetisch bedingter Defekt eines Enzyms im Abbau- oder Aktivierungsweg des verabreichten Medikaments sein. Eine wichtige Rolle bei der Metabolisierung von Medikamenten spielen die Enzyme des Cytochrom P450-Systems (Phase I Reaktionen).

 

Das Enzym CYP2D6 ist insbesondere an der Verstoffwechslung von Antidepressiva, Antipsychotika, ß-Blocker und Antiarrhythmika zentral beteiligt. Für das CYP2D6-Gen sind über 10 vergleichsweise häufige Allelvarianten bekannt, aus denen sich 4 prädiktive Phänotypen ergeben:

• langsame Metabolisierer mit zwei Defektallelen (5-10% der europäischen Bevölkerung)

• intermediäre Metabolisierer mit einem Allel reduzierter Aktivität und einem Nullallel (2-10% der europäischen Bevölkerung)

• extensive Metabolisierer mit mindestens einem normalen Allel (75-90% der europäischen Bevölkerung)

• ultraschnelle Metabolisierer mit mehrfachen Kopien funktionsfähiger Allele (ca. 5% der europäischen Bevölkerung).

 

Genotyp-bezogene Dosierrichtlinien liegen derzeit entsprechend der PharmGKB-Datenbank (www.pharmgkb.org) für folgende CYP2D6-relevante Wirkstoffe vor:

Amitriptylin, Aripiprazol, Atomoxetin, Carvedilol, Clomipramin, Clozapin, Codein, Desipramin, Doxepin, Duloxetin, Flecainid, Flupentixol, Fluvoxamin, Haloperidol, Imipramin, Metoprolol, Mirtazapin, Nortriptylin, Olanzapin, Oxycodon, Paroxetin, Propafenon, Risperidon, SSRI, Tamoxifen, Tramadol, Trimipramin, Venlafaxin, Zuclopenthixol.

 

Information zur Abrechnung:

Bitte beachten Sie, dass entsprechend des ab dem 01.07.2016 gültigen EBM Untersuchungen zur Abklärung, ob genetische Eigenschaften vorliegen, die die Wirkung eines Arzneimittels beeinflussen, nicht als Kassenleistung abgerechnet werden können. Dies gilt nicht, wenn es sich um eine seltene genetische Erkrankung handelt (Häufigkeit < 1/2.000). Für Fragen zur Abrechnung pharmakogenetischer Leistungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung (040-53805-853).

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

Wichtige Information:
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