Humangenetik

Cholestase, progressive familiäre intrahepatische (PFIC)

ATP8B1, ABCB11, ABCB4

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

602397, 171060, 603201

Verfahren

Nachweis von Mutationen in den Genen ATP8B1, ABCB11 und ABCB4 durch PCR und anschließende Sequenzierung und MLPA für ABCB4

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei Patienten mit V. a. Vorliegen einer PFIC, mit V. a. Vorliegen einer intrahepatischen Cholestase in der Schwangerschaft (ICP), mit V. a. Vorliegen einer benignen rekurrierenden intrahepatischen Cholestase (BRIC), mit einer Cholelithiasis unklarer Genese

Anmerkungen

Die progressive familiäre intrahepatische Cholestase (PFIC-Subtypen 1 bis 3) ist eine autosomal rezessiv vererbte Lebererkrankung, die sich aufgrund einer Störung des Gallensäuren- und Gallelipidtransports häufig schon im Säuglingsalter manifestiert und nach frühem Krankheitsbeginn mit schneller Progression zu Leberzirrhose bei fehlenden Gallengangsanomalien führt. Bei einem Teil der therapierefraktären Patienten ist eine Lebertransplantation unumgänglich. Drei Typen einer PFIC konnten bisher identifiziert und entsprechenden Genen zugeordnet werden. PFIC1 und PFIC2 manifestieren in der Regel in den ersten Lebensmonaten, während PFIC3 auch später bis hin zum jungen Erwachsenenalter auftreten kann. Neben den hohen Gallensäurenkonzentrationen ist die yGT-Aktivität erniedrigt oder normal bei den Subtypen PFIC1 und PFIC2, bei der PFIC3 ist sie erhöht. Die benigne rekurrierende intrahepatische Cholestase (BRIC) und die intrahepatische Cholestase in der Schwangerschaft (ICP) sind milde allelische Formen der PFIC. Für die PFIC/BRIC/ICP verantwortlich sind in der Mehrzahl der Fälle Mutationen in den Genen ATP8B1, ABCB11 und ABCB4.

Mutationen um ABCB4-Gen können auch zu dem klinischen Bild der Cholelithiasis mit niedrigen Phospholipid-Spiegeln führen (LPAC, "low phospholipid associated cholelithiasis").

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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