Humangenetik

CDG-Syndrom (CDG-Ia)

PMM2

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

601785

Verfahren

Nachweis von Mutationen im PMM2-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung

Klinische Relevanz

V.a. CDG-Syndrom Typ 1a

Anmerkungen

„Congenital Disorders of Glycosylation“ (CDG) sind hereditäre Störungen der Glykoproteinbiosynthese, die zu Multiorgan-Erkrankungen mit oftmals schweren neurologischen Störungen führen (siehe Carbohydrate deficient transferrin, CDT). Bis heute wurden 18 verschiedene autosomal rezessiv vererbte CDG-Typen beschrieben (Körner und Figura von, Dtsch Arztebl 2006, 103: A3101–A3107, Review), die in zwei Hauptgruppen unterteilt werden (CDG-I und CDG-II). Die häufigste Form des CDG-Syndroms wird als CDG-Ia bezeichnet und betrifft etwa 80% aller bekannten CDG-Patienten. Verursacht wird CDG-Ia durch Mutationen im PMM2-Gen, welches das Enzym Phosphomannomutase 2 kodiert und auf dem kurzen Arm von Chromosom 16 liegt. Durch die genannte Untersuchung werden etwa 95% der beschriebenen Mutationen erfasst. Der Enzymdefekt führt zur verminderten Synthese von GDP-Mannose und resultiert in einem Verlust kompletter Oligosaccharidketten an Glykoproteinen. Charakteristisch ist das sehr heterogene, variable klinische Erscheinungsbild (Körner und Figura von, Dtsch Ärztebl 2006, 103: A3101–3107, Review).

 

Das CDG-Ia-Syndrom kann in 3 klinische Verlaufsformen eingeteilt werden:

1. Frühinfantil, 0 – 3 Jahre: multisystemisch (psychomotorische Retardierung, Dysmorphien, zerebelläre Hypoplasie, axiale Hypotonie)
2. Spätinfantil, 3 – 10 Jahre: mentale Retardierung, Retinitis pigmentosa, Ataxie, Anfallsleiden
3. Adult, ab 16 Jahre: nicht progrediente Ataxie und mentale Retardierung, periphere Neuropathie, skoliotische Veränderungen, hypergonadotroper Hypogonadismus bei weiblichen Patienten

 

Je nach Krankheitsstadium werden klinisch eine Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen beobachtet: Entwicklungsverzögerungen kombiniert mit gestörter Nahrungsaufnahme und häufigem Erbrechen, Ataxie, Mikrozephalie, verminderter Nervenleitgeschwindigkeit, persistierende Infektionen, Hydrops fetalis, bei der Geburt invertierte Brustwarzen und Fettansammlungen im Gesäß- und Oberarmbereich, Strabismus, Retinitis pigmentosa, optische Atrophie, Kolobome der Iris und Katarakte, vermindertes Wachstum, Hypogonadismus, Hyperinsulinämie, Osteopenie, Exostosen, Gelenkkontrakturen, Koagulationsstörungen, die mit Thrombosen, Hämophilie und Phlebitis einhergehen können, Kardiomyopathie, Perikarditis, Perikardergüsse, chronische Diarrhöe, Hepatomegalie, Enteropathie mit Proteinverlust, Proteinurie, renale Mikrozysten und proximale Tubulopathien.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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