Humangenetik

Carney-Komplex

PRKAR1A, PDE11A

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

604961, 188830

Verfahren

Nachweis von Mutationen im PRKAR1A-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung
Nachweis von Mutationen im PDE11A-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei Lentiginose bzw. Hyperpigmentierung unklarer Genese, Myxomen, Schwannomen, endokrinen Tumoren unklarer Genese, Akromegalie, großzelligen Sertoli-Zelltumoren, Cushing-Syndrom unklarer Ätiologie

Anmerkungen

Der Carney-Komplex (Carney-Complex, (CNC)) ist ein seltenes Neoplasiesyndrom, mit fleckförmiger Pigmentierung der Haut, hormoneller Überaktivität und Myxomen, das häufig mit einem Glukokortikoidexzess einhergeht. Klinisch imponieren Lentigines, die typischerweise während der Pupertät an Zahl zunehmen (faziale Lentiginosis, korneale, periorale und genitale Hyperpigmentierung, blaue Naevi sowie Café-au-lait-Flecken), Myxome des Herzens in jungen Jahren (bei ca. 70% der Patienten), endokrine Tumoren und Schwannome. Zusätzliche Myxome können Haut, Brust, Oropharynx, Knochen und den weiblichen Genitaltrakt betreffen. Häufig können Akromegalie (GH-produzierendes Hypophysenadenom ), Schilddrüsentumoren (bei ca. 10% der Patienten), Hodentumoren (großzellige Sertoli-Zelltumoren, Large cell calcifying Sertoli cell tumours, LCCST) und ein vom Adrenokortikotropen Hormon (ACTH) unabhängiges Cushing-Syndrom, verursacht durch eine primäre Erkrankung der Nebennieren mit pigmentierten Knötchen (primär pigmentierte adenomatöse Nebennierenerkrankung, primäre pigmentierte, adrenokortikale Dysplasie, PPNAD) auftreten. Die PPNAD ist eine seltene Ursache für Hyperkortizismus und tritt zu 90% im Rahmen des Carney-Komplexes auf. Aufgrund des variablen Phänotyps gestaltet sich die Diagnosefindung häufig äußerst schwierig.

 

In etwa zwei Drittel der Fälle lassen sich Mutationen im PRKAR1A-Gen nachweisen. Das PRKAR1A-Gen kodiert die regulatorische Untereinheit (R1A) der Proteinkinase A. Die Proteinkinase A spielt eine zentrale Rolle beim cAMP-abhängigen Signaltransduktionsweg, der für die Entstehung endokriner Tumoren verantwortlich gemacht wird. Der CNC ist ein autosomal dominant vererbtes Syndrom. Neben einem autosomal dominanten Vererbungsmuster tritt ca. ein Drittel der Fälle de novo auf. Die Penetranz liegt bei 70 - 80% bis zum 40. Lebensjahr.

 

In einem Teil der Fälle ließen sich vor kurzem zusätzlich zu Mutationen im PRKAR1A-Gen Veränderungen im Phosphodiesterase 11a (PDE11A)-Gen nachweisen (Libe et al., J Clin Endrocrinol Metab 2011, 96: E208-E214). In der o. g. Publikation wird das PDE11A-Gen als zusätzlich prädisponierender Faktor für die Entwicklung testikulärer und adrenaler Tumoren bei Patienten mit einer Keimbahnmutation im PRKAR1A-Gen eingeschätzt.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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