Humangenetik

Brustkrebs, erblicher (erweiterte Diagnostik)

PALB2, RAD51C, RAD51D, CHEK2

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

610355, 604373, 602954, 602774

Verfahren

Nachweis von Mutationen im PALB2-, RAD51C, RAD51D und/oder CHEK2-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung sowie MLPA-Analyse.

Klinische Relevanz

V.a. eine erbliche Prädisposition für Brustkrebs und ggf. weitere Krebserkrankungen aufgrund einer auffälligen Eigen- und Familienanamnese.

Anmerkungen

Etwa jede neunte Frau erkrankt im Laufe des Lebens an Brustkrebs. Bei 5-10% der Frauen mit Brustkrebs kann eine autosomal-dominant erbliche genetische Ursache angenommen werden. In diesen Fällen lässt sich derzeit bei etwa 25% der Familien die ursächliche Mutation nachweisen. Wenn man Familien mit gesicherter erblicher Prädisposition betrachtet, entfallen etwa 60% der Mutationen auf die Gene BRCA1 und BRCA2, der Rest auf über 15 seltene Gene. Das Vorhandensein weiterer, noch unbekannter, prädisponierender Gene ist anzunehmen. Einige der selteneren Gene sind auch mit anderen Tumorerkrankungen oder weiteren Besonderheiten assoziiert, sodass die Eigen- und Familienanamnese bei unauffälligem BRCA1/2-Befund in einigen Fällen einen Hinweis auf das möglicherweise ursächliche Gen liefern kann.

 

Mutatation im PALB2-Gen sind mit einem moderaten bis hohen Brustkrebsrisiko assoziiert (Lebenszeitrisiko ~ 35 - 65%). Gleichzeitig besteht ein erhöhtes Risiko für Pankreaskarzinome.

 

Mutationen im RAD51C und RAD51D-Gen können neben Brustkrebs auch Eierstockkrebs bedingen. Ihnen wird ein moderat erhöhtes Tumorrisiko zugeordnet.

 

Trägerinnen einer CHEK2-Mutation haben ein moderat erhöhtes Brustkrebsrisiko (Lebenszeitrisiko ~ 25%). Typisch ist hier ein schlechteres Ansprechen auf Anthrazykline.

 

Weitere Gene, für die Mutationen in Familien mit erblichem Brustkrebs gehäuft gefunden wurden - jedoch seltener als BRCA1 und BRCA2 - sind u.a. CDH1 (Hochrisikogen, Magenkarzinom, familiäres diffuses), TP53 (Hochrisikogen, breites Tumorspektrum, Li-Fraumeni-Syndrom), STK11 (Hochrisikogen, Peutz-Jeghers-Syndrom (Polyposis intestinalis II)) und PTEN (moderates bis hohes Risiko, Cowden-Syndrom).

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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