Humangenetik

Apolipoprotein-B-Defizienz

APOB

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

107730

Verfahren

1. Stufe: Untersuchung der häufigen Mutationen im Codon 3500 des APOB-Gens

2. Stufe: Komplettsequenzierung des APOB-Gens

Klinische Relevanz

V. a. familiäre Hypercholesterinämie bei erhöhtem Gesamt-Cholesterin >7,5 mmol/l (~290 mg/dl) bzw. LDL-C >4,9 mmol/l (~190 mg/dl) sowie Sehnenxanthomen oder Herzinfarkt bei dem Patienten selber oder einem erstgradig Verwandten

Anmerkungen

Veränderungen im Apolioprotein B-Gen (APOB-Gen) können sowohl zu Hyper- als auch zu Hypocholesterinämien führen. Je nachdem, welche Mutation im APOB-Gen nachgewiesen wird, kann es bei den betroffenen Patienen zu erhöhten- oder auch erniedrigten LDL-Spiegeln kommen.

 

Bei einem Teil der Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie kann ein Defekt im LDL-Rezeptor (siehe Cholesterin, Cholesterin-Subfraktionen: LDL-Cholesterin und Hypercholesterinämie, familiäre) oder im Apolipoprotein B (siehe Apolipoprotein B) nachgewiesen werden. Die Prävalenz beider Formen ist vergleichbar (1 : 700 - 1 : 1000). I. d. R. sind beide Formen anhand der Symptome nicht voneinander zu unterscheiden, diese äußern sich bei Patienten mit Apo B-Defizienz jedoch häufig in abgeschwächter Form. Für die zur LDL-Resorption essentielle Rezeptor-Ligand-Interaktion müssen Apo B und der LDL-Rezeptor wechselwirken. Durch einen Defekt oder eine Defizienz im Rezeptor oder im Liganden können die benötigten Interaktionen verloren gehen, sodass keine LDL-Aufnahme in die Zielzellen mehr stattfindet. Krankheiten, die mit der familiären Hypercholesterinämie des Typ B (familiäre Hypercholesterinämie Typ B, familiär defektes Apo B100 (FDB), Apo B-Defizienz) assoziiert werden, sind v. a. koronare Herzkrankheit, Arteriosklerose, Retinitis pigmentosa, Arcus lipoides corneae, Ataxia, Akanthozytose, Xanthelasmen und tendinöse / tuberöse / eruptive Haut- und Sehnenxanthome.

 

Das APOB-Gen ist auf 43 kb genomischer DNA organisiert. Es gibt zwei Proteinisoformen, die aus dem APOB-Gen hervorgehen. Apo B100 wird im hepatischen Gewebe exprimiert und ist Teil der VLDL, IDL und LDL. Apo B48 entsteht aus dem gleichen mRNA-Transkript wie das Apo B100, unterliegt jedoch während des Spleißens dem Vorgang des RNA-Editings. Diese weitaus kleinere Isoform wird im Darm exprimiert und ist Bestandteil der Chylomikronen und deren Remnants. Verschiedene Mutationen im APOB-Gen führen im Rahmen einer familiären Hypercholesterinämie aufgrund erniedrigter Bindungsaffinitäten zu dem LDL-Rezeptor zu erhöhten Werten des atherogenen LDL und beim Krankheitsbild der Hypobetalipoproteinämie aufgrund eines gestörten LDL-Transports zu erniedrigten LDL-Spiegeln.

 

Die häufigsten Mutationen im APOB-Gen, die mit einer familiären Hypercholesterinämie assoziiert sind, befinden sich im Codon 3500. Seltenere Mutationen finden sich über das gesamte Gen verstreut.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

Wichtige Information:
Die Inhalte des Analysen-Spektrums sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen stellen in keiner Weise Ersatz für professionelle Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Die Inhalte des Analysen-Spektrums dürfen und können nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden. Das Labor Lademannbogen fordert alle Benutzer mit Gesundheitsproblemen dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Arzt aufzusuchen.