Humangenetik

Anämie, X-chromosomale sideroblastische

ALAS2

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

301300

Verfahren

Nachweis von Mutationen im ALAS2-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei mikrozytärer hypochromer Anämie und Zeichen einer Eisenüberladung

Anmerkungen

X-chromosomale sideroblastische Anämie (Sideroachrestische Anämie (SA), chronisch refraktäre Anämie, (X-linked) sideroblastic anemia, XLSA) ist eine seltene, hereditäre Erkrankung, die in unterschiedlichen Schweregraden verlaufen kann und durch eine mangelhafte Erythropoese mit konsekutiver Eisenüberladung charakterisiert ist. Als Spätfolgen der Eisenüberladung können vor allem Leberzirrhose, Diabetes mellitus und Kardiomyopathie auftreten. Symptomatisch unterscheidet sich eine sideroblastische Anämie zunächst nicht von anderen Formen der Anämie. Wegweisend für die Diagnose ist der Nachweis mikrozytärer, hypochromer Erythrozyten. Charakteristisch ist außerdem die im Knochenmark stark erhöhte Anzahl von Ringsideroblasten. Die Therapie ist symptomatisch und basiert v. a. auf der Gabe von Pyridoxinen (Vitamin B6). Die Eisenüberladung wird mit Phlebotomien und / oder Chelatbildnern behandelt, wobei in schweren Fällen außerdem Transfusionen notwendig sein können.

 

Die Krankheit wird X-chromosomal-rezessiv vererbt. Verursacht wird die Erkrankung durch Mutationen im ALAS2-Gen. Das ALAS2-Gen codiert die delta-Aminolävulinsäure-Synthase (ALAS2), ein Enzym, das den ersten Schritt der Häm-Synthese in den Erythrozyten katalysiert. Befinden sich inhibierende Mutationen („Loss-of-Function“-Mutationen) im aktiven Zentrum der ALAS, ist der erste Schritt der Synthese limitiert und es kommt zu einem Häm-Mangel in den Erythroblasten. Die Genanalyse des ALAS2-Lokus bestätigt die klinische Diagnose bei den Betroffenen, kann andere Ursachen wie z. B. eine Bleivergiftung ausschließen und erlaubt die Identifizierung bislang symptomfreier Familienmitglieder.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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