Humangenetik

Alagille-Syndrom

JAG1, NOTCH2

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

601920

Verfahren

1. Stufe: Nachweis von Mutationen im JAG1-Gen durch PCR, Sequenzierung und MLPA

2. Stufe: Nachweis von Mutationen im NOTCH2-Gen durch PCR und Sequenzierung

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei Patienten mit V. a. ein Alagille-Syndrom

Anmerkungen

Das Alagille-Syndrom (Alagille-Watson-Syndrom) ist eine autosomal dominant vererbte Erkrankung, die vorwiegend die kleinen Gallenwege in der Leber betrifft und auf Grund einer Gallenwegshypoplasie eine chronische Cholestase (Gallestau) verursacht. Klinisch imponieren Fehlbildungen im Bereich der Leber (chronische Cholestase, Leberzirrhose), des Herzens (kardiovaskuläre Anomalien, Hypoplasie oder Stenose der Pulmonalarterie), des Skelettes (typische Facies mit vorstehender Stirn (Olympierstirn), weit auseinander stehenden, tiefliegenden Augen und schmalem, vorstehendem Kinn, sowie charakteristisches Röntgenbild mit "schmetterlingsähnlicher" Darstellung der Wirbelbögen) und der Augen (Embryotoxon). Im Vordergrund stehen Herzfehler sowie ein Ikterus (Gelbsucht) der Neugeborenen. Weitere, seltenere Symptome beim Alagille-Syndrom sind Wachstumsverzögerung, Nierenerkrankungen, geistige Behinderung (mentale Retardierung), weitere Knochenanomalien und eine hohe Stimme. Das Krankheitsbild reicht von einer milden Symptomatik bis hin zu schweren Leberstörungen, die eine Lebertransplantation notwendig machen. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Diagnosestellung oft schwierig, da weitere, hereditäre Leberstörungen als Möglichkeit einer Erkrankung (z. B. biliäre Atresie, progressive familiäre intrahepatische Cholestase, siehe Cholestase, progressive familiäre intrahepatische (PFIC), Morbus Byler) in Betracht kommen und differentialdiagnostisch noch ausgeschlossen werden müssen. Für das Alagille-Syndrom verantwortlich ist in über 95% der Fälle eine Mutation im JAG1-Gen. Mutationen im NOTCH2-Gen finden sich in selteneren Fällen. Neumutationen sind häufig.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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