Gerinnung / Transfusionsmedizin

Thrombozytenaggregation bei HIT Typ II

HIT-II-Diagnostik

Material

9 - 12 ml Citrat-Blut

Referenzbereiche

negativ

Klinische Relevanz

Die Heparin induzierte Thrombozytopenie Typ2 (HIT-II) ist eine immunvermittelte Thrombozytopenie, die unter Heparin-Therapie (unfraktioniertes, seltener fraktioniertes, niedermolekulares Heparin) infolge Antikörper gegen Heparin-PF4-Komplex verursacht wird, typischerweise zwischen dem 4. und 10. Tag der Heparin-Exposition. Bei einer Reexposition können die AK früher entstehen.

Es kommt zu einem Thrombozytenabfall um die 50% und unbehandelt zu schweren Gefäßverschlüssen mit hoher Moribidität und Mortalität.

Bei klinischem Verdacht auf eine HIT-II wird die klinische Wahrscheinlichkeit am besten mit dem 4T-Score (nach Greinacher) ermittelt.

Anmerkungen

HIT Typ II ist eine lebens- bzw. organbedrohliche Komplikation der Heparin-Therapie. Um diese rechtzeitig zu erkennen, wird eine Zählung der Thrombozyten vor Exposition und alle 2 - 3 Tage ab dem 4. Expositionstag empfohlen, in der 3. Behandlungswoche sinkt das Risiko, bei Reexposition kann es ggf. früher zum Thrombozytenabfall kommen.

Bei dem klinischen Verdacht ist eine alternative Antikoagulation, z.B. mit Argatroban, Rifludan, Hirudin bzw. Arixtra oder Orgaran, notwendig. Nach alleinigem Absetzen des Heparins - ohne alternative Behandlung - ist in ca. 50 % der Fälle mit weiteren Thrombosen zu rechnen.

De Diagnostik beinhaltet einen ELISA-Test zum Nachweis der Heparin-Plättchenfaktor-4-Antikörper und einen funktionellen Test (Thrombozytenaggregation in der Anwesenheit von Heparin).

 

Nach telefonischer Rücksprache wird die HIT-Diagnostik auch am Wochenende und an Feiertagen vormittags durchgeführt

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

Wichtige Information:
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