Gerinnung / Transfusionsmedizin

Lupus-Antikoagulans-Screening / dRVVT- und Mix-Con-LA-Test

Antiphospholipid-Antikörper

Material

3 ml Citrat-Blut

Referenzbereiche

Mix-Con-LA Screen:

0,91 - 1,13

dRVVT-Screen:

0,86 - 1,22

Bewertung:

negativ

Klinische Relevanz

Abklärung einer PTT-Verlängerung

Antiphospholipid Syndrom

erworbene Thrombophilie

Arterielle und venöse Thrombosen

Abortneigung

Anmerkungen

Die Antiphospholipid-Antikörper (APA) umfassen das Lupus-Antikoagulans (LA), die Anticardiolipin- und die ß-2-Glykoprotein-Antikörper.

Der wiederholte Nachweis von diesen Antikörpern in einem oder mehreren Tests ist ein Kriterium für das Antiphospholipid-Syndrom (APS). Diese AK sollten in 2 Untersuchungen in Abstand von 3 Monaten nachweisbar sein.

Klinische Kriterien für APS sind: Venöse oder arterielle Thrombose, habituelle Aborte, Schwangerschaftskomplikationen wie das HELLP-Syndrom und die Eklampsie. Weitere Hinweise sind Thrombozytopenie und eine PTT-Verlängerung.

APS tritt primär oder sekundär (z.B. bei Autoimmunerkrankungen) auf.

Persistierend positives APS korreliert zudem mit einem erhöhten Risiko für ein Thromboserezidiv, insbesondere bei positivem LA.

APA können auch passager auftreten, z.B. Postinfektiös, nicht selten bei Kindern mit wiederholten Infekten im respiratorischen Trakt.

 

Der MIX-CON-LA-Screening-Test ist ein funktioneller Gerinnungstest, basierend auf einer PTT-Variante. Der dRVVT-TEST ist eine Thrombinzeitvariante. Beide Teste haben eine niedrige Phospholipid-Konzentration im Testansatz, somit sind sie sensitiv für die Detektion eines LA.

Nach Empfehlung der Richtlinien (Sapporo-Kriterien) werden zwei Teste mit unterschiedlichen Messmethoden benötig, daher werden die zwei Teste parallel durchgeführt.

Die Ergebnisse werden als Ratio, bezogen auf ein Normalplasmapool, dargestellt.

Bei einem positiven Suchtest werden die entsprechenden Mischteste (bei dRVVT) und Bestätigungsteste (bei dRVVT und MIX-CON-LA) mit hoher Phospholipid-Konzentration eingesetzt, um den Inhibitoreffekt und die Phospholipid-Abhängigkeit der vermuteten Antikörper nachzuweisen.

P: Hohe Konzentrationen an Antikoagulantien, insbesondere die neuen oralen Antikoagulantien, stören den Test. Daher wäre in diesen Fällen eine Blutentnahme direkt vor der nächsten Medikamenten-Einnahme sinnvoll.

Angabe zur aktuellen Antikoagulation ist hilfreich bei der Befundinterpretation.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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