Gerinnung / Transfusionsmedizin

Faktor-XII-Aktivität

Hagemann-Faktor

Material

3 ml Citrat-Blut

Referenzbereiche

70 - 150 %

Verfahren

Koagulometrischer Einstufentest

Sonstiges

Fremdlaborleistung

Klinische Relevanz

Abklärung einer PTT-Verlängerung.

Anmerkungen

Zu unterscheiden ist zwischen seltenen angeborenen und häufigeren erworbenen, zumeist passageren Mangelzuständen. Wichtig ist, dass der FXII-Mangel trotz erheblicher PTT-Verlängerung nicht mit einer Blutungsneigung assoziiert ist. Präoperativ besteht keine Indikation zur Gabe von Frischplasma.

Der FXII hat eine Schlüsselposition im Fibrinolyse-System, FXII kann durch Plasmin aktiviert werden, wodurch eine Verstärkung des Kontaktaktivierungssystems erfolgt. Die Thromboseneigung bei homozygotem FXII-Mangel (FXII < 1 %) wird berichtet. Eventuell ist auch bei heterozygoten Mangelzuständen von einem erhöhten Thromboserisiko auszugehen. Dies wird in der Literatur noch kontrovers diskutiert.
Die laborchemische Unterscheidung zwischen angeborenem und erworbenem Mangel ist eventuell nur durch eine Familienuntersuchung möglich. Die FXII-Aktivitätsmessung wird häufig durch das Vorliegen von Antiphospholipid-Antikörpern gestört, daher sind wiederholte Messungen in zeitlichen Abständen zu empfehlen.

Syntheseort: Leber

Halbwertzeit: 50 - 70 Stunden

Bei Neugeborenen ist die Faktor XII-Aktivität physiologisch vermindert und steigt in den ersten 6 Lebensmonaten an.

Anforderungsscheine

Stand: 01.11.2018

Wichtige Information:
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