Alphabetisches Analysenverzeichnis

Ferritin

Eisenstoffwechsel

Material

1 ml Serum

Referenzbereiche

Frauen: 13 - 150 ng/ml

Männer: 30 - 400 ng/ml

Kinder: siehe Befundbericht

Klinische Relevanz

DD der Anämien und des Eisenmangels, Verlaufsbeurteilung bei Hämochromatose und malignen Tumoren:

arrow_down.gif Eisenmangel bei akutem (Ferritinabfall verzögert) und chronischem Blutverlust

arrow_down.gif Speichereisenmangel

arrow_down.gif Eisenabsorptionsstörungen (Sprue)

arrow_down.gif schwangerschaftsbedingter Eisen- und Ferritinmangel (zum Teil Pseudoanämie durch Zunahme des Plasmavolumens)

arrow_up.gif erworbene und angeborene Hämochromatosen

arrow_up.gif chronische Entzündungen

arrow_up.gif Leberparenchymschäden

arrow_up.gif hämolytische Anämien

arrow_up.gif maligne Erkrankungen (fakultativ)

Anmerkungen

Ferritin ist bereits erniedrigt, bevor andere Laborparameter (Eisen, Hämoglobin etc.) bei bereits vorhandener klinischer Symptomatik einen Eisenmangel anzeigen. Ferritinwerte von weniger als 10 ng/ml entsprechen normalerweise einer Eisenmangel-Anämie. Eisentherapie führt zu einem schnellen Anstieg des Ferritinspiegels. Zur Kontrolle der Eisentherapie Ferritinspiegel einige Tage nach Absetzen der Eisensubstitution bestimmen. Bei Eisenmangel, der durch eine Infektion oder chronische Entzündung kompliziert ist, kann bereits eine Ferritinkonzentration < 50 ng/ml einen völligen Verlust des Reserveeisens anzeigen. Bei Ferritinspiegel > 350 ng/ml und einer Transferrinsättigung > 55 % sollte eine Hämochromatose in Betracht gezogen werden. Nachweis einer genetisch bedingten Hämochromatose durch Nachweis einer Punktmutation im HFE-Gen, s.a. Hämochromatose Typ 1, ggf. weitere molekulargenetische Abklärung sinnvoll.

Da Leberparenchymschäden, entzündliche Erkrankungen, Infektionen und Tumorerkrankungen zu erhöhten Ferritinwerten führen und damit einen erniedrigten Ferritinspiegel überdecken, eignet sich die Ferritinbestimmung in diesen Situationen nicht zur Erfassung eines Eisenmangels.

Ein zusätzlicher, sehr sensitiver Marker eines Eisenmangels ist das Zink-Protoporphyrin (im EDTA-Blut), welches die Eisenversorgung der Erythrozyten direkt beschreibt.

Stand: 01.11.2018

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