Alphabetisches Analysenverzeichnis

E.-coli-Toxine

(Shiga-like-Toxine, LT, ST)

Material

Stuhl,
Koloniematerial

Referenzbereiche

negativ

Klinische Relevanz

Shiga-like Toxine (Verotoxine) werden von enterohämorrhagischen E. coli (EHEC) gebildet, die in den entwickelten Ländern für ca. 5 - 10 % der wässrig-blutigen Durchfälle verantwortlich sind. Extraintestinale Komplikationen stellen das hämolytisch urämische Syndrom und die thrombotisch thrombozytopenische Purpura dar, die vor allem bei Kindern und älteren Menschen auftreten können. Hitze-labiles (LT) und Hitze-stabiles (ST) Enterotoxin werden von enterotoxischen E. coli (ETEC) gebildet, die als Hauptursache der Reisediarrhoe gelten. Aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Choleratoxin äußert sich die Infektion in der Regel als wässrige Diarrhoe, die aber im Vergleich zur Cholera einen leichteren klinischen Verlauf hat.

Anmerkungen

Meldepflichtige Erkrankung. Wichtigster EHEC-Serotyp ist E. coli O:157, daneben kommen EHEC aber auch bei zahlreichen anderen Serotypen vor. Ebenso kommen ETEC bei verschiedenen Serotypen vor, die auch apathogene E. coli-Stämme enthalten. Da EHEC und ETEC sich nicht durch besondere biochemische und morphologische Merkmale von apathogenen E. coli unterscheiden, ist der spezifische Nachweis der Erreger mit klassischen bakteriologischen Methoden nicht möglich, sondern nur durch den Direktnachweis der Toxine bzw. Toxin-Gene. Der Nachweis der Shiga-like Toxine erfolgt in der Regel im Toxin-ELISA. Sowohl die Shiga-like Toxine der EHEC als auch die Enterotoxine der ETEC können darüber hinaus mittels PCR identifiziert werden.

Stand: 18.06.2018

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