Humangenetik

Chronisch-Infantiles-Neuro-Cutaneo-Artikuläres-Syndrom (CINCA)

NLRP3

Material

2 ml EDTA-Blut

OMIM

606416

Verfahren

Nachweis von Mutationen im NLRP3-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung

Klinische Relevanz

Mutationsanalyse bei periodischen Fieberschüben, Exanthemen, chronischer Meningitis, Entzündungen der Gelenke, sensorisch-neuraler Schwerhörigkeit, Entzündungen der Augen

Anmerkungen

Das Chronisch-Infantile-Neuro-Cutaneo-Artikuläres-Syndrom (CINCA) ist eine Multisystemerkrankung, die auch NOMID-Syndrom (Neonatal Onset Multisystem Inflammatory Disease) genannt wird und zur Gruppe der hereditären periodischen Fiebersyndrome gehört (siehe Hyper-IgD-Syndrom und periodisches Fiebersyndrom (HIDS), Mittelmeerfieber, familiäres, TNF-Rezeptor-assoziiertes periodisches Fieber (TRAPS, Hibernisches Fieber). Klinisch imponieren im Neugeborenenalter rezidivierende makulo-urtikarielle Exantheme (ähnlich einer juckenden Nesselsucht), chronische Meningitis, rezidivierende Fieberschübe, sensorisch-neurale Schwerhörigkeit, Arthralgien und Arthropathien (destruktive Arthropathie der grossen Gelenke). Charakteristisch sind erhöhte Entzündungsparameter, variable neurologische Erscheinungen (z. B. Hirnhautentzündung, Kopfschmerzen, Optikusatrophie). Es kann auch zur Entstehung einer Amyloidose (siehe Amyloidose, hereditäre) kommen. Die Fieberschübe haben meist einen leichten Verlauf. Die Exantheme können schon bei der Geburt vorhanden sein. Der Schweregrad der Gelenkentzündungen variiert von leichten vorübergehenden Schwellungen bis zu Anomalien im Wachstumsknorpel und den Epiphysen der langen Knochen. Uveitis, Papillenveränderungen und Opticus-Neuritis können ebenso auftreten. Bei ca. 60% der Fälle der an CINCA erkrankten Patienten werden Mutationen im NLRP3-Gen (CIAS1-Gen) diagnostiziert. Dabei kann es sich um vererbte oder sporadisch auftretende Mutationen handeln. Wird die Krankheit vererbt, so handelt es sich um einen autosomal dominanten Erbgang. NLRP3-Gen kodiert das Protein Cryopyrin, welches eines der zentralen Proteine in der Regulation des angeborenen Immunsystems darstellt.

 

Phänotypisch sind die familiäre Kälteurtikaria und das Muckle-Wells-Syndrom dem CINCA-Syndrom ähnlich. Die drei Krankheiten lassen sich zusammenfassen als ähnliche Krankheiten mit zunehmendem Schweregrad, wobei die familiäre Kälteurtikaria den mildesten Verlauf hat, dann folgt das Muckle-Wells-Syndrom bis hin zur schwersten Form, dem CINCA-Syndrom. Sie gehören jedoch alle zur Gruppe der phänotypisch ähnlichen familiären-autoinflammatorischen Syndrome (FACS).

 

Die familiäre Kälte-Urtikaria (FCU), auch familiäres kälteinduziertes autoinflammatorisches Syndrom (FCAS) genannt, ist ebenfalls in einem Teil der Fälle auf eine Mutation im CIAS1-Gen zurück zuführen. Hierbei kommt es 1 - 2 Stunden nach einer Kälteexposition zu rezidivierenden Fieberschüben häufig mit Urtikaria, Arthralgien (Gelenkschmerzen), Myalgien, Schüttelfrost, Konjunktivitis, dem Anschwellen der Extremitäten und Exanthemen. Selten kommt es zu einer Amyloidose. Nach ca. 24 Stunden klingen die Symptome wieder ab. Werden diese Symptome beobachtet, kann durch eine molekulargenetische Analyse der V. a. FCU geprüft werden. Verantwortlich für dieses Krankheitsbild ist meist eine Mutation im NLRP3-Gen.

 

Zu den Symptomen des Muckle-Wells-Syndrom (MWS) gehören v. a. chronisch-rezidivierende Urtikaria, (Schallempfindungs-) Schwerhörigkeit und periodische Arthritis. Weiterhin sind allgemeine Endzündungszeichen zu beobachten. Es kann zu einer sekundären Amyloidose kommen. Die Krankheit manifestiert sich meist schon im Kindesalter mit Fieber und nicht-juckender Urtikaria. Weitere Entzündungen sind an den Gelenken und in den Augen zu beobachten. Das MWS wird autosomal dominant vererbt. Der Schweregrad der Krankheit kann innerhalb einer Familie variieren. Ebenso wie der familiären Kälteurtikaria und dem CINCA-Syndrom liegt dem Muckle-Wells-Syndrom eine Mutation in NLRP3-Gen zugrunde.

Anforderungsscheine

Stand: 18.06.2018

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